ADB:Ninck, Karl Wilhelm Theodor

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Artikel „Ninck, Karl Wilhelm Theodor“ von Wilhelm Sillem in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 52 (1906), S. 634–638, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Ninck,_Karl_Wilhelm_Theodor&oldid=- (Version vom 14. Oktober 2019, 08:36 Uhr UTC)
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Ninck: Karl Wilhelm Theodor N., evangelischer Pastor, geboren am 28. Mai 1834 in Staffel, einem nassauischen Dorf bei Limburg a. d. Lahn, † am 17. September 1887 auf der Anscharhöhe bei Hamburg, war in den Werken der inneren Mission in einer Vielseitigkeit und mit einer Hingebung thätig, die an Wichern (s. A. D. B. XLII, 775) erinnert. Beiden gemeinsam war die natürliche Begabung, mit dem Geringsten aus dem Volke verkehren zu können, beide glichen sich in der von Gottes Geist gewirkten und getragenen Liebe zu den Aermsten und Verlassenen und in dem nimmer ruhenden, in dieser Liebe erfinderischen und stets neu gestaltenden Bestreben, Rettung und Heil den Gefährdeten und Verlorenen zuzuführen. N. war das erste Kind des Pfarrers Georg Karl N. und dessen Gattin Charlotte geb. Reuß, die auch aus einem Pfarrhause stammte. N. hat später wohl gesagt, daß in seiner Kindheit nichts so sehr bleibenden Eindruck auf ihn gemacht habe als die vier Worte seiner Mutter, die sie ihm täglich vorgehalten habe: „Du, Gott, siehest mich“. Der Vater, nach Herborn als zweiter Prediger und Professor am Predigerseminar berufen, wurde 1841 auf seine Bitte wegen Kränklichkeit auf die Pfarrei Bergebernbach im Westerwald versetzt. In der ländlichen Abgeschiedenheit mit den Kindern der bäuerlichen Gemeinde aufwachsend, erfuhr der Knabe hier, wie das Volk denkt und fühlt; an den ländlichen Arbeiten nahm er eben so sehr theil als an den Sorgen der Armen: es kam dem Pfarrerssohn nicht darauf an, wol einmal einen Sack Kartoffeln selbst zu einer armen Familie in ein eingepfarrtes Dorf zu schleppen. Aber auch an lustigen und waghalsigen Knabenstücken that er es seinen Kameraden trotz der väterlichen Zucht zuvor. Trotzdem erschien ihm nichts schöner als der Beruf des Vaters, und als dieser den langgehegten Plan, eine Kleinkinderschule zu errichten, endlich ausführen konnte, stand es bei dem Knaben fest, auch einmal Prediger zu werden. Für das Gymnasium bereitete ihn der Vater vor, in der Dorfschule erhielt er den Elementarunterricht [635] und an schulfreien Nachmittagen mit den übrigen Kindern Unterweisung im Stricken, Korbflechten und der Anfertigung kleiner Ackergeräthe. Mit 15 Jahren bezog N. das Gymnasium in Weilburg und zu Ostern 1854 die Universität Halle, um Theologie zu studiren. Julius Müller und besonders Tholuck waren es, die ihn anzogen. Aber es stiegen in dem jungen Studenten Zweifel auf, die ihn zu dem Entschlusse brachten, ein anderes Studium zu ergreifen. Der Vater gab seine Zustimmung nur unter der Bedingung, daß der Sohn erst das Examen bestanden haben müsse, um in das Seminar zu Herborn aufgenommen zu werden; habe er bewiesen, daß er fleißig studirt habe, so sollte es ihm frei stehen, einen andern Lebensberuf zu erwählen. Ehe noch die Herbstferien 1855 beendigt waren, brachte aber der plötzliche Tod eines blühenden Mädchens, dessen Eltern mit den seinen eng befreundet waren und welches Ninck’s Neigung wol nicht unerwidert gelassen hatte, einen tiefen Eindruck auf den zwanzigjährigen Jüngling hervor. Tod und Ewigkeit traten ihm vor die Seele und der Glaube seiner Kindheit kehrte wieder in sein Herz zurück. N. war nun entschlossen, das Studium der Theologie, und zwar in Erlangen, fortzusetzen. An Hoffmann und Delitzsch schloß er sich vor Anderen an. Nach einem Jahr wurde er unter die Candidaten des Predigerseminars in Herborn aufgenommen, nachdem er unter seinen Mitexaminanden am besten das Examen bestanden hatte.

Nach dem zweiten Examen empfing N. die Ordination. Sein Wunsch, in die Rauhhäuslerbrüderschaft zu Horn bei Hamburg einzutreten, erfüllte sich nicht, da er bereits im April 1858 als Caplan in Westerburg angestellt wurde. Hier blieb er bis zum Jahre 1865 und begann hier das, was er in größerem Umfang später in Hamburg ausführte. Es war N. von seiner Oberbehörde zur besonderen Aufgabe gemacht worden, sich mit dem bejahrten rationalistischen Pfarrer zu Westerburg in Weisheit und Liebe zu vertragen. Und dieser Aufgabe entledigte er sich in trefflicher Weise, wie er es denn überhaupt verstand, durch seine Freundlichkeit und Selbstlosigkeit auch ihm Fernerstehende zu gewinnen. Bei der Gemeinde fand er durch Predigt, Seelsorge und durch den Jugendunterricht leicht Eingang: die Jünglinge vereinigten sich aus eigenem Antriebe zu einem Verein zur Hebung des gottesdienstlichen Gesanges; die jüngsten Kinder vereinigte er in einer Kleinkinderschule. N. führte Missionsfeste ein; hatte er doch schon als Knabe die ersten Eindrücke von der Mission durch den polnischen Missionar Zaremba (s. A. D. B. XLIV, 696) empfangen, der den Kindern von seinen Erlebnissen im Kaukasus erzählt hatte. In Westerburg gründete N. auch den Nassauischen Colportageverein zur Verbreitung christlicher Schriften, in welchem er als Vorstand gewissenhafter Sorgfalt auf die Auswahl der Schriften und der geeigneten Colporteure verwandte. Diese Arbeiten hatten ihn auch mit gleichgesinnten Kreisen im Wupperthal zusammengeführt; in der sogenannten Festwoche war er dort ein wohlgelittener Gast im Hause des Herrn Klein gewesen. Die einzige Tochter desselben, Anna, war diejenige, die bestimmt war, ihm eine treue Lebensgefährtin zu werden, die ganz und gar sich mit ihm eins wußte im Glauben, der sich in der Nächstenliebe bethätigt. Am 1. Juli 1862 wurde das Paar von Ninck’s Vater getraut, der inzwischen Decan und Pfarrer in Ems geworden war. Schmerzlich war für den Sohn der Abschied von Westerburg, als er 1865 auf Veranlassung seines Landesbischofs Wilhelmi Pfarrer in Frücht wurde, dem durch die dort befindliche Grabstätte des Freiherrn vom Stein bekannten Dörfchen bei Ems. Auf dieser kleinen Pfarre blieb N. bis 1873. Die Muße, die sein Amt ihm ließ, benutzte der Pfarrer, um den Colportageverein in einem Umfange zu erweitern, daß er weder wie bisher auf die Unterstützung der englischen Tractatgesellschaft [636] noch auf Liebesgaben angewiesen war, sondern für die Schriftenniederlage konnte N. sogar noch ein eigenes kleines Haus ankaufen und einrichten. Nach kaum einem Jahre brach der Krieg aus, in dem die 4000 Mann nassauischer Truppen, zum achten Armeecorps gehörig, mit den übrigen Süddeutschen unterlagen. Im Taubergrund und in Würzburg lagen die meisten Lazarethe des nassauischen Contingentes. Hierhin eilte N. mit einem andern Pastoren und einigen Helferinnen, als an ihn die Aufforderung ergangen war, in die Reihe der Pfleger einzutreten. Eine Organisation der freiwilligen Krankenpflege im Kriege bestand damals noch nicht. Die im J. 1866 gesammelten Erfahrungen kamen aber den im J. 1870 eintretenden Anforderungen an die Pflege der Verwundeten, der sich auch N. mit der ganzen Thatkraft seiner liebevollen Persönlichkeit widmete, zu gute. Im J. 1867 schlug er, obgleich er die innere Mission als „sein Element“ ansah, den Antrag, Leiter derselben in Bremen zu werden, ab; denn er sah es auch als seine Aufgabe an, den bejahrten Eltern, die in seiner Nähe weilten, Trost und Stütze zu sein. Beide Eltern waren gestorben, als der Krieg 1870 ausbrach. Auch für N. galt die Losung: „Mobil gemacht.“ Auf Anfrage seiner kirchlichen Oberbehörde erklärte er sofort, als Lazareth- oder Feldprediger dahin zu gehen, wo man ihn brauchen könne. N. blieb ungefähr ein Vierteljahr in Corny vor Metz, zeitweilig mit dem Prinzen Friedrich Karl unter demselben Dach wohnend. Hier bewährte sich u. a. auch die Organisation, die N. seinem Colportageverein gegeben hatte, indem die Colporteure ihm halfen, die aus den verschiedensten Gegenden eingesandten Schriften zu prüfen und den nach Lectüre begierigen Kranken zu reichen. Daß dadurch Ninck’s seelsorgerliche Thätigkeit in den Lazarethen nicht beeinträchtigt wurde, ist selbstverständlich. Am 7. November wurde er nach Straßburg versetzt. Durch seine aufopfernde Fürsorge unter den Soldaten hat N. auch die Aufmerksamkeit von Straßburger Familien auf sich gezogen, die den preußischen Gouverneur baten, N. als Garnisonpfarrer in Straßburg zu belassen. Der Feldpropst fragte bei N. an, ob er bereit sei, den Ruf anzunehmen. Allein die Sache zerschlug sich, und N. kehrte im Frühjahr, mit dem eisernen Kreuze geschmückt und in Begleitung von zwanzig Straßburger Waisenkindern, in sein heimathliches Dorf zurück, zu der früheren Thätigkeit noch in einer neuen Anstalt die Pflege der Idioten hinzufügend.

Im Sommer 1872 traten an N. von Seiten hamburgischer Badegäste in Ems die ersten Aufforderungen heran, in Hamburg Prediger an der St. Anscharcapelle zu werden. Sie ist keine Pfarrkirche, sondern war 1860 von Männern der inneren Mission erbaut worden, um in dem St. Michaeliskirchspiel mit etwa 80 000 Seelen eine zweite Stätte für die Predigt, für Bibelstunde und Sonntagsschule zu haben. Es konnte nicht fehlen, daß, nachdem N. am 27. December 1872 an St. Anschar gewählt worden war und im März 1873 sein Amt angetreten hatte, diese Capelle durch ihn mehr und mehr ein Mittelpunkt der inneren Mission geworden ist. Den Grund hierzu hatte schon Ninck’s Vorgänger, der Pastor Wilhelm Baur († 1897 am 19. April als Generalsuperintendent der Rheinprovinz, s. A. D. B. XLVI, 270) durch die Gründung eines Anschar-Armenvereins gelegt; eine Volksschule bestand in dem Erdgeschoß der Capelle, eine Sonntagsschule und eine Kleinkinderschule hatten sich gebildet; ein Asyl für gefährdete junge Mädchen war errichtet. In diese Arbeit trat N. ein. Seine Predigten wurden gern gehört; vielleicht noch mehr zog neben seinem ernsten Eifer in der Seelsorge auch seine Freundlichkeit an und die Gabe, mit aller Welt umgehen zu können. Auch Personen, die seinen Bestrebungen fern standen, schlugen ihm nicht leicht eine Bitte ab, wenn er ihre [637] Hülfe, ihre Vermittlung, auch ihre Zeit zur Mitarbeit in Anspruch nahm. Vor allem erstrebte N. eine mit christlichem Leben und Geist erfüllte Gemeinde und eine mitarbeitende, helfende Gemeinschaft zu schaffen, ohne sich selbst und die entstehende Gemeinde sectirerisch abzuschließen, sondern vielmehr Anschluß an die bestehende städtische „Landeskirche“ suchend und fördernd. Hatte N. schon in seinen bisherigen kleineren Pfarren in vielseitiger Weise gesucht, geistliche und leibliche Noth zu lindern, so traten ihm in Hamburg noch mehr solche verschiedenartige Aufgaben zu lösen entgegen. „Es geht mir oft“, so schrieb er im Anfang seines Hamburger Aufentshalts seinen Schwiegereltern, „alles wie ein Rad im Kopfe herum, besonders wenn eine Sitzung die andere, ein Besuch den andern ablöst; das Arbeitsfeld ist ein sehr großes, auch wenn ich es thunlichst beschränke. Schon alle die Besuche bei unseren Armen und bei den Eltern unserer Schulkinder ist bei den Dimensionen dieser Stadt eine wirkliche Aufgabe.“ – Die verschiedenen Gebiete der Liebesthätigkeit, die er pflegte, können der Hauptsache nach unterschieden werden als die der inneren und die der äußeren Mission und das der christlichen Volkslitteratur. Um Helferinnen für die Pflege der Kranken und Armen zu gewinnen, wurde die weibliche Diakonie weiter ausgebildet: auf dem Anscharplatz wurde ein Diakonissenhaus, Bethlehem genannt, für zehn Pflegerinnen errichtet, das 1881 für 40 Diakonissen und auf vier Krankenzimmer für weibliche Kranke und Kinder erweitert wurde. Die „Bethlehem-Schwestern“ wurden aber außer zur Krankenpflege auch zur Beaufsichtigung der Kinder in der „Krippe“ und im „Kinderheim“ und mehrere nach bestandenem Examen als Lehrerinnen in der Mädchenschule von St. Anschar verwandt. Ihre Zahl betrug beim Tode Ninck’s sechzig. Als der Platz um die Anscharcapelle mit den genannten Anstalten besetzt war, kaufte und schenkte eine Wohlthäterin den Anstalten eine Fläche von achtzehn Morgen Landes auf holsteinischem Gebiete, die sogenannte Anscharhöhe. Eine Ansiedlung neuer Häuser erhob sich hier, die zur Aufnahme von altersschwachen Männern, als Erholungstätte für die Diakonissen und zur Erziehung verwahrloster Mädchen dienten. Eine Kirche mit eigenem Prediger bildete den Mittelpunkt der Anscharhöhe. Da N. im Orient so gut wie im skandinavischen Norden die geistliche Fürsorge für britische und nordische Seeleute wahrgenommen und dabei schmerzlich den Mangel für die deutschen Seeleute empfunden hatte, so ließ er es sich angelegen sein, für diese in Hamburg ein Seemannsheim zu gründen, das noch wenige Wochen vor seinem Ende ins Leben trat. – In Hamburg setzte N. auch seine Wirksamkeit für die Heidenmission fort, und zwar im Anschluß an die Norddeutsche Missionsgesellschaft zu Bremen. Durch ihn wurde es ermöglicht, daß Anscharschwestern ein Diakonissenhaus in Togo zur Pflege und Erziehung der Negerkinder bezogen. Zur Verbreitung christlicher Volkslitteratur wurde N. zunächst als Vorsitzender der Niedersächsischen Gesellschaft zur Verbreitung christlicher Schriften veranlaßt. Diese Stelle hatte bisher der Engländer Dr. Craig inne gehabt, durch den die Gesellschaft zwar reichlich mit englischen Geldmitteln unterstützt, aber auch veranlaßt wurde, vielfach methodistisch gefärbte englische Tractate zu übersetzen und zu verbreiten. N. gelang es bald, die Gesellschaft pekuniär von England unabhängig zu machen und die für Deutschland ungeeigneten Tractate auszumerzen. Seine Gabe, auch in Schriften einen volksthümlichen Ton anzuschlagen, bethätigte N. besonders in der Redaction des „Nachbarn“, eines wöchentlich erscheinenden christlichen Volksblattes. Auch dieses hatte er vorgefunden, aber als ein Blatt, das nur durch die Opferwilligkeit des Verlegers bei kaum 800 Abonnenten sich halten konnte. Auf Ersuchen war N. zunächst stellvertretend, dann bleibend in die Redaction eingetreten und verschaffte dem [638] Blatt durch gediegenen Inhalt eine Verbreitung, die 1887 auf 94 000 Exemplare in ganz Deutschland gestiegen war. Das einzige periodische Blatt aber, das er selbst ins Leben gerufen hat, ist der monatlich erschienene „Jugendfreund“, von Erwachsenen ebenso gern wie von der Jugend gelesen. Von bleibender Bedeutung sind Ninck’s Erinnerungen an seine Orientreise im J. 1884, zusammengefaßt in dem Werke „Auf biblischen Pfaden“, das 1897 bereits in fünfter Auflage erschienen ist. „Auch den geringen Leuten,“ schreibt er, „wollte ich es gern ermöglichen, ein Buch über das heilige Land in würdiger Ausstattung und vielen trefflichen Illustrationen zu besitzen; darum ist der Preis auf das Niedrigste gestellt.“ Und trotz des niedrigen Preises konnte er den Ertrag dieses litterarischen Unternehmens dem Diakonissenhaus der Anscharschwestern übergeben. „N. stellte nämlich das Seinige freudig in den Dienst Gottes und sah dabei selbst große und bedeutende Opfer nicht an.“ In dieser Gesinnung hatte N. den Ertrag des Nachbarn für die Unterhaltung einer Schule in der Missionsstation Ho im Togolande bestimmt und der Ertrag des „Kinderfreundes“ kam der „Kinderstation“ und der „Krippe“ der Bethlehemschwestern zu gute. „So waren es etwa 100 000 Mark, welche er allein als Gewinn aus seiner litterarischen Thätigkeit für seine Anstalten und Vereine mit Freudigkeit dahingab.“

Von der Orientreise kehrte N. zwar auch in seiner Gesundheit gekräftigt zurück, aber bald stellte sich ein Herzleiden ein, dessen Anfänge sich zuerst und sogleich besorgnißerregend 1871 in Straßburg gezeigt hatten. Im Herbst 1886 brachte er mit seinem Schwager, Pastor Cuntz in Bremen, noch einige Wochen in dem Pinzgauer Bade Fusch zu, aber ohne eine wesentliche Besserung zu spüren. Trotzdem hielt er noch im folgenden Jahre Bibelstunden und Predigten, die letzte am 26. Juni 1887. Eine große Freude gewährte es ihm, daß an seinem letzten Geburtstage ihm von der edlen Wohlthäterin, die die Anscharhöhe geschenkt hatte, ein hinreichendes Capital überreicht wurde zum Bau einer Capelle auf derselben Anhöhe. Hierhin war auch N. in den letzten Wochen des Sommers übergesiedelt und in einem der von ihm gegründeten Häuser ist er nach schwerem Leiden am 17. September 1887 selig entschlafen.

F. Cuntz, C. W. Th. Ninck. Ein Lebensbild. Herborn, Buchhdl. d. nassauischen Colportagevereins. 1890.