ADB:Orphal, Wilhelm Christian

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Orphal, Wilhelm Christian“ von Albert Schumann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 24 (1887), S. 427–428, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Orphal,_Wilhelm_Christian&oldid=- (Version vom 18. September 2019, 14:41 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Nächster>>>
Orsäus, Johannes
Band 24 (1887), S. 427–428 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Wilhelm Christian Orphal in der Wikipedia
GND-Nummer 100390056
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|24|427|428|Orphal, Wilhelm Christian|Albert Schumann|ADB:Orphal, Wilhelm Christian}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=100390056}}    

Orphal: Wilhelm Christian O., als Verfasser natur- und forstwissenschaftlicher Werke bekannt, stammte aus einer in Waltershausen (Sachsen-Gotha) eingebürgerten Familie und wurde am 5. October 1773 in Zella St. Blasii geboren, wo sein Vater die Stelle eines herzoglichen Amtscommissars bekleidete. Nachdem er seine Vorbildung auf dem Gymnasium in Gotha erhalten hatte, studirte er in Jena die Rechte, widmete sich aber daneben noch eifrig den Naturwissenschaften, zu denen ihn der Einfluß und das Vorbild des von 1784 bis 1801 in Schnepfenthal und Waltershausen lebenden Joh. Matthäus Bechstein angeregt hatte. Nach der Rückkehr von der Hochschule ließ sich O. zunächst als Hofadvocat in Zella nieder, verheirathete sich hier und siedelte 1803 nach Ohrdruf über, wo er als vielbeschäftigter Anwalt bis zu seinem Tode gewirkt hat. Die Muße, welche ihm seine Praxis übrig ließ, verwendete er zu schriftstellerischen Arbeiten in seinem Lieblingsfache. Eine der ersten, das „Ornithologische Handbuch für Forstmänner und Gartenfreunde, oder Naturgeschichte aller Insecten vertilgenden Vögel Deutschlands“ (1805), verschaffte ihm die Auszeichnung, zum [428] Mitgliede der Societät für Forst- und Jagdkunde in Dreißigacker bei Meiningen ernannt zu werden und zudem ein Ehrengeschenk des Herzogs August von Sachsen-Gotha zu erhalten. Neben einigen kleineren Schriften und mehreren Beiträgen im „Allgemeinen Anzeiger der Deutschen“ veröffentlichte er dann noch: „Die Wetterpropheten im Thierreiche, oder Musterung aller Thiere, die eine Witterungsveränderung anzeigen“ (1805); „Die Jägerschule, oder kurzgefaßter, aber gründlicher Unterricht in allen Haupt-, Hülfs- und Nebenwissenschaften, worin der Jäger nach den Erfordernissen der jetzigen Zeit bewandert sein muß“ (3 Bde., 1806–1808); „Musterung aller bisher mit Recht oder Unrecht für giftig gehaltenen Thiere Deutschlands“ (1807); „Der Philosoph im Walde, oder freimüthige Untersuchungen über die Seelenkräfte der sogenannten vernunftlosen Thiere“ (1807); „Anweisung, verschiedene Arten der Vögel zum Nisten in der Stube zu gewöhnen“ (1807); „Das Nützlichste, Wissenswertheste und Unentbehrlichste aus dem weiten Gebiete der Naturgeschichte“ (1. Bdchn., 1808) und: „Sind die Thiere bloß sinnliche Geschöpfe, oder sind sie auch mit Fähigkeiten versehen, die eine Seele bei ihnen voraussetzen?“ (1811). O. starb am 6. October 1823 in Ohrdruf, nachdem er am Tage zuvor daß 50. Altersjahr erreicht hatte.

Meusel, G. T. – N. Nekr., 1. Jahrg. (1823), S. 908. – A. C. P. Callisen, Medicin. Schriftsteller-Lexikon, 14. Bd., Kopenhagen 1833, S. 178 f. u. 31. Bd. (1843), S. 101. – A. Beck, Ernst II., Herzog zu Sachsen-Gotha u. Altenburg, Gotha 1854, S. 136. – Außerdem gef. Mittheilungen des Pfarrers Theobald Buddeus in Zella. (Geburts- u. Todesdatum in den Quellen unrichtig.)