ADB:Passow, Karl

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Passow, Karl“ von Richard Hoche in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 25 (1887), S. 215, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Passow,_Karl&oldid=- (Version vom 22. September 2019, 19:06 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Passow, Franz
Band 25 (1887), S. 215 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand März 2014, suchen)
GND-Nummer 100541976
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|25|215|215|Passow, Karl|Richard Hoche|ADB:Passow, Karl}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=100541976}}    

Passow: Karl Friedrich Rudolf P., Philologe und Schulmann (1798 bis 1860), wurde in Sternberg in Mecklenburg-Schwerin am 1. April 1798 geboren als der Sohn des Consistorialraths und Superintendenten Dr. th. Moritz Joachim Christoph P., der später als Oberhofprediger nach Ludwigslust berufen wurde; sein älterer Bruder war der bedeutende Philologe Franz P. (s. S. 210). – Durch Privatlehrer im elterlichen Hause vorbereitet kam Karl P. zu Michaelis 1811 auf das Conradinum zu Jenkau bei Danzig, dessen zweiter Director sein Bruder Franz damals war; zu seinen Lehrern gehörte damals u. a. auch August Meineke. Die Aufhebung der Anstalt im Frühjahr 1814 veranlaßte die Heimkehr Passow’s in das elterliche Haus, doch brachte ihn der Vater noch in demselben Jahre auf das Friedrich-Werder’sche Gymnasium zu Berlin, welches er bis Michaelis 1815 besuchte, um alsdann nach Breslau überzugehen, wohin sein Bruder inzwischen als Professor der Philologie berufen worden war. Hier besuchte er das Gymnasium zu St. Maria Magdalena, dessen Rector damals der treffliche Manso war, dem P. wesentliche Förderung zu danken hatte. Ostern 1817 ging er zur Breslauer Universität über, um Alterthumswissenschaft zu studieren; außer seinem Bruder hörte er vornehmlich Wachler, Schneider und Steffens. Mit ganz besonderem Eifer betheiligte er sich an den auch durch seinen Bruder lebhaft unterstützten turnerischen Bestrebungen der Breslauer Studentenschaft, er gehörte zu den „tüchtigsten Ordnern und Führern“. Im Herbst 1820 begab sich P. nach Berlin, bestand hier im October d. Js. die Lehramts-Prüfung und wurde zunächst als Mitglied des pädagogischen Seminars am Gymnasium Zum Grauen Kloster beschäftigt, Ostern 1822 an demselben als Oberlehrer angestellt. Aber schon im September desselben Jahres wurde diese Thätigkeit unterbrochen; er wurde wegen des Verdachtes der Theilnahme an demagogischen Umtrieben suspendirt und erst zu Ostern 1824 wieder als außerordentlicher Lehrer am Friedrich-Werder’schen Gymnasium in Berlin beschäftigt. In diese Jahre fallen seine Arbeiten über die Satiren des Horaz (1827 u. 28) und die „Adnotatio critica in Aristophanis Nubes“ (1828). Ostern 1828 wurde P. als Professor an das k. Joachimsthal’sche Gymnasium versetzt, dessen Director kurz vorher sein früherer Jenkauer Lehrer Aug. Meineke geworden war. In diesem Amte ist er, allmählich bis zur ersten Professur aufrückend, bis an seinen Tod verblieben, als Lehrer und Gelehrter in verdientem Ansehen, einer der Hauptträger der philologischen Traditionen des Joachimsthals. Er starb am 7. November 1860. – Von seinen Arbeiten sind noch als besonders werthvoll zu erwähnen die Ausgabe und Uebersetzung der Episteln des Horaz (1833) und besonders die „Beiträge zur Geschichte der deutschen Universitäten im XIV. Jahrhundert“ (1836); seine späteren Arbeiten hat er nicht mehr veröffentlicht.

R. Jacobs, Zur Erinnerung an Dr. K. Passow, in der Berliner Zeitschrift für Gymnasialwesen, 1861 Bd. XV, 2, S. 149–156. – G. Kießling, Gedächtnißrede, wieder abgedruckt in den „Joachimsthaler Schulreden“, 1886, S. 81–86.