ADB:Petkum, Edzard Adolf von

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Artikel „Petkum, Edzard Adolf von“ von Karl Ernst Hermann Krause in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 25 (1887), S. 515–516, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Petkum,_Edzard_Adolf_von&oldid=- (Version vom 22. April 2019, 06:52 Uhr UTC)
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Petkum: Edzard Adolf v. P., aus Ostfriesland gebürtig, war eines der gehaßtesten Werkzeuge der Regierung Karl Leopold’s (s. A. D. B. XV, 308) in Mecklenburg, wahrscheinlich sogar der Anstifter und Urheber, wenn auch nicht der einzelnen Gewaltthaten, doch der ganzen Richtung. Ist auch das böse Andenken, welches ihm der nach Selbstherrlichkeit ringende, gegen den Herzog durchaus aufsässige Adel bewahrte, in keiner Weise frei von Selbstsucht und Parteihaß, so scheint doch auch in Petkum’s Auftreten bei Entlassung des früheren Kammerpräsidenten Dietrich Joachim v. Plessen und dessen Ersetzung durch den in mißrathenen Finanzprojecten berühmt gewordenen Kammerdirector Luben v. Wulfen 1715, sowie in dem Reversverlangen vom Adel, nach dem Zuge des Czaren Peter durch Mecklenburg, daß er am Auftreten des offen sich auflehnenden nach Ratzeburg geflohenen „Engeren Ausschusses der Ritterschaft“ nicht theilhabe, noch theilnehmen wolle, ein besonderes Wohlgefallen an den herzoglichen Maßregeln hervorzutreten. Durch die ostfriesische Gemahlin Adolf Friedrichs war ein gewisser Zug von Ostfriesen nach Mecklenburg hin schon früher eingeleitet. Aus ostfriesischen und dänischen Diensten war v. P. 1699 als Bevollmächtigter des Herzogs Adolf Friedrich in die kaiserliche Commission eingetreten, welche die ärgerlichen Händel um die Beerbung des Herzogthums Güstrow schlichten sollte, und brachte den Herzog dahin, den Hamburger Vergleich vom 8. März 1701, [516] der das Herzogthum Mecklenburg-Strelitz schuf, anzunehmen. Es wird behauptet, er habe das auf Bestechung durch Friedrich Wilhelm von Schwerin gethan, obwohl er des Kaisers günstigere Entscheidung schon kannte. 1704 von Adolf Friedrich in Ungnade entlassen, wurde er von Karl Leopold, der mit seinem älteren Bruder, dem seit 1692 regierenden Herzog Friedrich Wilhelm, ebenfalls im Hader lag, in Dienst genommen. Aber auch der letztere ernannte ihn schon am 8. April 1706 zu seinem Geheimen Rath. Da trotzdem v. P. stets im Vertrauen und in der Gunst Karl Leopold’s blieb, wird ihm grade der für diesen günstige Apanage-Vertrag, der „fürstbrüderliche Unionsvergleich“ vom 31. Januar 1707 zu danken gewesen sein. Als Karl Leopold nach dem kinderlosen Tode seines Bruders am 31. Juli 1713 zur Regierung kam, blieb P. sein Hauptrathgeber und schürte den schon unter der vorigen Regierung erwachsenen Haß gegen den ritterschaftlichen Adel und die Stadt Rostock um so mehr, als der Herzog in ihnen den Hemmschuh für die Erweiterung seiner Einkünfte erkannte, deren er zur Einführung der geplanten stehenden Militärmacht dringend bedurfte. Am 3. Mai 1715 wurde v. P. erster Minister und rieth nun zu den rücksichtslosesten Gewaltmaßregeln. Als der Herzog endlich vor der kaiserlichen Execution 1719 das Land verließ, sandte er P. von Berlin aus an seinen General v. Bülow nach Güstrow zu weiteren Maßregeln. Da letzterer aber sich der kaiserlichen Commission gefügt hatte, ging auch P. an deren Sitz nach Rostock, von dort aber nach Schloßfeld und seinen angeblichen Gütern in Ostfriesland. Als er von dort zu seiner Familie, die in Rostock geblieben war, zurückkehrte, starb er daselbst am 2. Mai 1721.

Boll, Gesch. Mecklenburgs, II, 201 ff. – Lisch, Jahrb. 13, S. 207 f., 221.