ADB:Puff, Rudolf Gustav

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Artikel „Puff, Rudolf Gustav“ von Anton Schlossar in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 26 (1888), S. 708–709, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Puff,_Rudolf_Gustav&oldid=- (Version vom 23. Januar 2020, 15:20 Uhr UTC)
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Puff: Rudolf Gustav P., österreichischer Schriftsteller und Dichter, wurde am 10. Juli 1808 zu Holzbaueregg nächst Großflorian in Steiermark geboren und erhielt seine erste Ausbildung in Graz, wohin die Familie wenige Jahre darauf übersiedelt war. P. beschäftigte sich schon frühzeitig gern mit der Geschichte, insbesondere seiner engeren Heimath, so wie mit dem Studium der modernen Sprachen, wobei er ein besonderes angeborenes Talent entfaltete. Reisen durch die österreichischen Alpenländer, welche er unternahm, weckten seine Vorliebe für das gesammte culturelle Leben in denselben und für deren Naturschönheiten. Nach dem 1823 erfolgten Tode des Vaters übersiedelte die Mutter nach Wien, P. setzte seine Studien von 1825 an daselbst fort und verkehrte viel mit hervorragenden litterarischen Größen der Residenz, auch hatte er Gelegenheit, seinen ästhetischen Sinn an den trefflichen dramatischen Leistungen des Hofburgtheaters auszubilden. Als plötzlich auch die Mutter Puff’s gestorben war, begab er sich an die Universität nach Graz zurück und betrieb daselbst neben den übrigen die juristischen Studien, welche er im J. 1830 vollendete und zugleich zum Doctor der Philosophie promovirte. Nach seiner Vereheichung in demselben Jahre wurde er Supplent in Marburg und im J. 1831 Professor in Capo d’Istria. Ein Diensttausch brachte ihn von dort wieder nach Marburg zurück, woselbst er eine treffliche pädagogische Thätigkeit entfaltete und bei seinen Schülern außerordentlich beliebt war. Von jener Zeit an stand er mit den litterarischen Kreisen Steiermarks und ganz Oesterreichs in steter Verbindung, unternahm öfter Reisen im Lande wie in den Nachbarländern, auch nach Tirol, in die Schweiz, an den Rhein u. s. w. Trotz verlockender Anträge, seine engere Heimath zu verlassen, verblieb er doch in Marburg und war schriftstellerisch außerordentlich thätig. Die Stadt ehrte ihn 1846 durch Verleihung des Ehrenbürgerrechtes. Im J. 1848 beschäftigte P. der Dienst in der Marburger Nationalgarde, wobei er durch Ruhe und Besonnenheit sich hervorthat. Nachdem im J. 1854 seine Gattin gestorben war, vermählte sich P. zum zweiten Male, trat nach 32jährigem Dienste beim Lehrfache in den Ruhestand und starb am 20. Juni 1865 zu Marburg, das er nicht mehr verlassen hatte. Puff’s Arbeiten erstreckten sich über das historische, geographische und ethnographische Gebiet, er hatte auf seinen Wanderungen und Reisen zahlreiche Sagenstoffe gesammelt und Land und Leute beobachtet, die Resultate dieser Sammlung und Beobachtung legte er in zahlreichen Aufsätzen nieder, welche in allen hervorragenden Blättern Oesterreichs sowie auch in der „Augsburger Allgemeinen Zeitung“ und in anderen Journalen des Auslandes erschienen waren. Von seinen Einzelwerken seien hier angeführt: 6 Bändchen „Gedichte“ (1835–1840), welche insbesondere zahlreiche Balladen und Romanzen aus der heimischen Geschichte enthalten, die treffliche Topographie: „Marburg in Steiermark. Seine Umgebung, Bewohner und Geschichte“ (1847), 2 Bände, das reichhaltige „Marburger Taschenbuch für Geschichte, Landes- und Sagenkunde der Steiermark“ (1853–1855), 3 Jahrgänge, die 10 Hefte steirischer Volkssagen: „Von der Mur und der Drau“ (1830), „Sagen und Erzählungen“ (1837 u. 1838), 2 Bände, eine Reihe von Bändchen unter dem Titel „Frühlingsgruß“ (1839 ff.), zumeist Gedichte, Sagen und Erzählungen aus Steiermark und den Nachbarländern enthaltend, die Monographien über die steirischen Badeorte: Gleichenberg, Römerbad-Tüffer, Sauerbrunn-Rohitsch, der „Wegweiser in sämmtliche Gesundbrunnen und Bäder der Steiermark“ (1854), die „Wanderungen [709] durch Steiermark“ (1843). Zahlreiche ungedruckte historische, topographische, poetische und dramatische Arbeiten fanden sich in seinem Nachlaß, welcher in dem steiermärkischen Landesarchive zu Graz niedergelegt ist. Viele seiner Stoffe entnahm P. dem Volksleben der slavischen Bevölkerung des Landes, da er der Sprache mächtig war und auch mit den Litteraten, welche zu diesem slavischen Stamme gehörten, in fortwährender Verbindung stand.

Selbstbiographie in der Südsteirischen Post, Jahrg. 1881 (Marburg), dazu erbetene Mittheilungen vom Sohne Herm. Puff. – Wurzbach, Biogr. Lex. Bd. XXIV. – Ausführl. Biogr. auch bei Kehrein, Biogr. litterar. Lex.