ADB:Reden, Johann Wilhelm von

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Reden, Johann Wilhelm von“ von Bernhard von Poten in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 27 (1888), S. 515–516, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Reden,_Johann_Wilhelm_von&oldid=- (Version vom 19. April 2019, 15:06 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Band 27 (1888), S. 515–516 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Johann Wilhelm von Reden in der Wikipedia
GND-Nummer 117695211
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|27|515|516|Reden, Johann Wilhelm von|Bernhard von Poten|ADB:Reden, Johann Wilhelm von}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=117695211}}    

Reden: Johann Wilhelm v. R., kurfürstlich braunschweig-lüneburgischer Generalfeldmarschall, ward am 7. März 1717 zu Hannover als das neunte Kind des Oberhofmarschalls v. R. geboren, diente in der Infanterie seines Heimathsstaates und ward, als der Kurstaat sich im Frühjahr 1757 zu thätiger Theilnahme am Siebenjährigen Kriege entschloß und der Herzog von Cumberland [516] am 23. April den Oberbefehl der sogen. alliirten Armee übernahm, dessen Generaladjutant. In gleicher Verwendung hat er dessen Nachfolger, dem Herzog Ferdinand von Braunschweig, bis zum Ende des Feldzuges zur Seite gestanden und sich den Ruf eines durchaus zuverlässigen, gewissenhaften und eifrigen Officiers erworben, welcher alle ihm zufallenden Geschäfte zu vollständiger Zufriedenheit seines Chefs besorgte. Es gehörte zu den Pflichten seines Amtes die Besorgung alles dessen was auf den inneren Dienst der Truppen gleichviel welchem der vielen Contingente, aus denen das Heer sich zusammensetzte, dieselben angehörten, Bezug hatte; die Befehle fertigte er in der Herzoge wie in seinem eigenen Namen aus. Näheres über seine Thätigkeit enthält sein, von seinem Schwiegersohne Oberst von der Osten, unter dem Titel „Feldzug der alliirten Armee in den Jahren 1757 bis 1763“, Hamburg 1805–1806, in drei Theilen herausgegebenes Tagebuch, welches übrigens keine wichtigen Aufschlüsse bringt; dazu fehlten dem Schreiber sowohl Zeit wie Talent. Bei Beginn des Krieges Oberstlieutenant, war R. während desselben zum Generallieutenant aufgestiegen, zu welchem Grade er 1762 befördert wurde; Herzog Ferdinand hatte ihn schon nach dem glücklichen Treffen von Wellinghausen (15.–16. Juli 1761) dazu vorgeschlagen; König Georg III. trug aber seines Dienstalters wegen Bedenken, den Vorschlag zu genehmigen (v. d. Knesebeck, Ferdinand Herzog von Braunschweig während des Siebenjährigen Krieges, II, 334–339, Hannover 1858). Als im Jahre 1781 der Feldmarschall von Hardenberg gestorben war, trat R. als „General der Infanterie und commandirender General der gesammten Truppen“ an die Spitze der hannoverschen Armee, wurde auch 1784 zum Feldmarschall befördert, als aber, nachdem die französischen Truppen in das deutsche Reich eingefallen waren, auf Anordnung des Reichstages zu Regensburg ein Reichsheer aufgestellt und Kurbraunschweig-Lüneburg sein Contingent zu demselben stellen sollte, fühlte R. sich den Anforderungen, welche die Zeit an ihn stellte, bei seinem hohen Alter nicht mehr gewachsen; er legte am 18. October 1792 den Oberbefehl nieder und starb zu Hannover am 8. Januar 1801. Sein Waffengefährte aus dem Siebenjährigen Kriege, Martin Ernst von Schlieffen (s. d.) kennzeichnet ihn mit den Worten „stets geschätzt, wo gekannt“; er schreibt den Namen fälschlich „Rheden“ (Nachrichten von einigen Häusern des Geschlechts der v. Schlieffen, Cassel 1784, S. 446).

L. v. Sichart, Geschichte der hannoverschen Armee, III und IV, Hannover 1870–71.