ADB:Reiniger, Ernst Otto

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Artikel „Reiniger, Ernst Otto“ von August Wintterlin in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 28 (1889), S. 86–87, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Reiniger,_Ernst_Otto&oldid=- (Version vom 16. Oktober 2019, 10:00 Uhr UTC)
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Reiniger: Ernst Otto R., Landschaftsmaler, geboren am 25. Mai 1841 in Stuttgart, † daselbst am 12. April 1873, entstammte einer angesehenen Stuttgarter Kaufmannsfamilie, in welcher sich vielfach künstlerische Begabung findet. Schon in Knabenjahren ein geschickter Zeichner und Cellospieler entschied [87] sich R. erst nach Vollendung einer kaufmännischen Lehre im väterlichen Geschäfte für die Landschaftsmalerei als Lebensberuf. Er trat in die Stuttgarter Kunstschule ein und fand hier an Professor H. Funk einen trefflichen Lehrer. Im Sommer 1863 ging er nach München und gab sich dort ein Jahr lang an der Akademie vorzugsweise der Leitung Piloty’s hin. Im Spätsommer 1864 machte er eine längere Studienreise an die Gestade und in die umliegenden Thäler des Gardasees. Hier lernte er den Münchener Maler F. Hennings kennen, der bald sein bester Freund wurde und neben E. Schleich und den schwäbischen Landsleuten C. Ebert und G. Cloß, den glücklichsten Einfluß auf seine Weiterbildung gewann. Nach der Zurückkunft wählte R. München zum dauernden Wohnsitz. Den Stoff zu seinen, mit verzehrendem Fleiße ausgeführten Bildern holte er theils im bairischen Gebirge, besonders am Starnberger-, Chiem- und Königssee, theils in Südtirol und Oberitalien; in Venedig zog er auch die Architekturmalerei mit Erfolg in den Bereich seiner Kunst. Schon wurde sein Name häufig mit den besten Vertretern der neueren Münchener Schule zusammengenannt, als ihn im Frühjahr 1873 ein Leberleiden zwang, ins Elternhaus zurückzukehren, wo der Tod seinem heißen Streben bald ein allzufrühes Ziel setzte. Seine früheren Bilder litten unter allzuwilliger Hingabe an die damalige Münchener Mode des grauen Tones; den reiferen verleiht ein gewisses musikalisches Element in bewegter Führung der Linien und lebhaftem Vortrag der Farben einen eigenthümlichen Reiz.

Vgl. meinen Nekrolog im Staatsanzeiger für Württemberg, Jahrgang 1873, S. 829.