ADB:Rettig, Heinrich Christian Michael

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Artikel „Rettig, Heinrich Christian Michael“ von Julius August Wagenmann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 28 (1889), S. 273, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Rettig,_Heinrich_Christian_Michael&oldid=- (Version vom 21. Mai 2019, 03:20 Uhr UTC)
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Rettig: Heinrich Christian Michael R., Philolog und Theolog des 19. Jahrhunderts, geboren 1795 zu Gießen, † am 24. März 1836 in Zürich. – Von zarter Gesundheit und in dürftigen Verhältnissen aufgewachsen, erhielt er seine Vorbildung auf den Schulen seiner Vaterstadt, studirte ebendaselbst Philologie und Theologie, wurde Lehrer am Gymnasium und Privatdocent an der Universität und betheiligte sich an der Leitung des philologischen Seminars. Anfangs der herrschenden rationalistischen Richtung huldigend, wandte er sich später einer mehr positiv biblischen Anschauung zu und trat in einer Aufsehen erregenden Schrift („Die freie protestantische Kirche oder die kirchlichen Verfassungsgrundsätze des Evangeliums“, Gießen 1832) für Trennung der Kirche vom Staat und selbständige Organisation der evangelischen Kirche nach dem Vorgang „des großen, für die hessische Kirche ewig unvergeßlichen Lambert v. Avignon“ und der Homberger Synode von 1526 ein. Im J. 1833 folgte R. einem Ruf als ordentlicher Professor der Theologie an die neugegründete Universität Zürich, wo er als Lehrer der Dogmatik und neutestamentlichen Exegese mit großer Gewissenhaftigkeit und Pflichttreue freilich kaum drei Jahre wirkte. Litterarisch machte er sich bekannt neben einigen kleinen Schriften theils philologischen, theils theologischen Inhalts (wie Der Besuch der Magier in Bethlehem 1824, Ctesiae Cnidii vita 1827, Zeugniß für die Aechtheit der Apokalypse 1829, Quaestiones Platonicae 1831, Q. Philippenses 1831, exegetische Analekten 1831 ff.) besonders durch die von ihm mit musterhafter Treue und Sorgfalt besorgte Herausgabe einer Evengelienhandschrift aus der St. Galler Stiftsbibliothek („Antiquissimus IV Evangeliorum Codex Sangallensis graecolatinus interlinearis, nunquam adhuc collatus.“ Zürich 1836); an der Vollendung einer größeren von ihm beabsichtigten Arbeit, einer kritischen Ausgabe des Neuen Testaments, wurde er durch seinen frühen Tod verhindert.

Vgl. Augsb. Allg. Ztg. 1836, Nr. 90. – Neuer Nekrolog der Deutschen XIV, 277. – Conversationslexikon der Gegenwart; – besonders aber Herzog in der Realencykl. für prot. Theol. 1. Aufl. XII, 752; 2. Aufl. XII, 715.