ADB:Rosla, Heinrich

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Artikel „Rosla, Heinrich“ von Karl Ernst Hermann Krause in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 29 (1889), S. 239, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Rosla,_Heinrich&oldid=- (Version vom 15. Oktober 2019, 01:57 Uhr UTC)
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Rosla: Heinrich R. ist der Verfasser eines schwungvoll geschriebenen lateinischen Gedichtes über die Eroberung der Burg Herlingsberg bei Goslar 1291, welches Dietrich Engelhus in seiner lateinischen Chronik ein schönes Büchlein nennt, und in seiner deutschen Chronik: dat „bokelken det mester Henrik Rosla van Nienborch allen scholren gemaket heft to lare“ (Lehre). Es hat uns werthvolle zeitgenössische Nachrichten aufbewahrt. Der Verfasser war Augenzeuge des Kampfes, lebte also am Ende des dreizehnten Jahrhunderts; Ulysse Chevalier (Rép. du sources histor. du moyen âge, Sp. 2005) setzt ihn 1287 an. Die Herlingsberga ist erhalten, vielleicht vollständig, als zweiter Theil von Engelhus’ in Hannover verwahrter Origo Saxonum et terrae Saxoniae commentatio, einer compilatorischen Bearbeitung von Auszügen aus Gottfried von Viterbo, dem Eimbecker und Goslarer Canonicus Dietrich Langhe und „Henricus Rosla Nienborgensis“, den Meibom SS I., S. 775–783, abdrucken ließ. Aber auch im ersten Theile dieser Origo, den Meibom l. c. S. 806–812 als Saxonia Langhe’s irrthümlich herausgab, finden sich Verse, die in der Handschrift und auch in Engelhus’ Chronik als solche Rosla’s bezeichnet sind, so daß noch eine größere Reimchronik über Sachsen von ihm vorhanden gewesen sein muß. Auch die bekannten Denkverse auf Adolf von Nassau rühren von ihm her. Sein Geburtsort Nienburg war nach Grube’s Vermuthung Schloß Nienburg oder Nuvenborch bei Kelbra, wo im 13. Jahrhundert eine Familie, 1280 sogar ein Heinrich Rosla mit seiner Frau Hadewig nachgewiesen ist. Der Dichter war vermuthlich Mönch im Cistercienserkloster Walkenried und während des Kampfes um Herlingsberg vielleicht auf dem Hofe dieses Klosters bei Goslar. Auch scheint er an einer lateinischen Klosterschule gewirkt zu haben.

K. Grube im Histor. Jahrb. der Görresgesellschaft 1882 III, 60–63. – Neues Archiv 13 Heft 1, S. 177 Anm. und S. 183 f. – Bodemamn, Handschr. S. 169–175 (Leibnitii Script rer. Brunsvic II., S. 977). – Lorenz, Deutsche Gesch.-Quellen im M.-A. II.