ADB:Rudolf (Erzbischof von Olmütz)

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Artikel „Rudolf (Erzbischof von Olmütz)“ von Anton Weis in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 29 (1889), S. 547–548, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Rudolf_(Erzbischof_von_Olm%C3%BCtz)&oldid=2513401 (Version vom 20. September 2018, 07:41 Uhr UTC)
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Rudolf: Johann Jos. Rainer, Erzherzog von Oesterreich und Cardinalerzbischof von Olmütz, geb. zu Florenz am 9. (nicht 8.) Januar 1788, † zu Baden bei Wien am 24. Juli 1831, war der jüngste Sohn des Kaisers Leopold II. aus seiner Ehe mit Maria Louise von Spanien. Er widmete sich zuerst dem Militär, dann aber, als er bereits den Rang eines k. k. General-Feld-Wachtmeisters einnahm, aus Neigung und ob schwächlicher Gesundheit dem geistlichen Stande. Am 19. März 1805 erhielt er vom Wiener Erzbischofe Sigm. Ant. Grafen v. Hohenwart die Tonsur und die niederen Weihen, wurde am 30. März zum Domicellarkanoniker in Olmütz und am 24. Juni zum Coadjutor des greisen Cardinalerzbischofs Ant. Theodor Grafen von Colloredo mit dem Rechte der Nachfolge gewählt und am 9. September von Pius VII. bestätigt. Er verzichtete aber nach dem Tode des Erzbischofs (12. Sept. 1811) auf sein Recht. Nach dem Ableben des folgenden Cardinalerzbischofs Maria Thaddäus Grafen zu Trautmannsdorf (20. Januar 1819) wurde er einstimmig vom Domcapitel am 24. März 1819 zum Erzbischof gewählt, von Pius VII. am 4. Juni bestätigt und gleichzeitig zum Cardinalpriester mit dem Titel S. Petrus in montorio ernannt. Er wurde am 28. September zu Wien mit dem Cardinalbarette geschmückt und am 9. März 1820 zu Olmütz feierlich inthronisirt. Ein Muster von Herzensgüte und Frömmigkeit verwendete er einen großen Theil seines Einkommens zu wohlthätigen Zwecken. In der Musik von Beethoven ausgebildet war er einer der fertigsten Pianisten seiner Zeit. Er handhabte auch selbst die Radirnadel. Vielen Kunstjüngern war er ein freigebiger Mäcen. Seinen geistlichen Pflichten konnte er ob langwieriger schwerer Krankheit nicht in dem Maße obliegen wie er wünschte. Körperliche Leiden hinderten auch seine persönliche Theilnahme an der 700jährigen Jubelfeier der Olmützer Kirche im Juni 1831. Schon einen Monat später wurde sein Herz in seine Kathedralkirche gebracht, während sein Leib in der kais. Gruft zu Wien beigesetzt wurde. Von ihm kamen zu Wien im J. 1820 vierzig Variationen über ein Thema von Beethoven unter dem Titel heraus: „Aufgabe von L. v. Beethoven gedichtet, vierzig mal verändert und ihrem Verfasser gewidmet von seinem Schüler R. E. H.“

[548] Wurzbach, Biographisches Lexikon des Kaiserth. Oesterr. VII, 145.Wolny, Kirchliche Topographie von Mähren I, 115. Brünn 1855.