ADB:Süßenbach, Johann Christian

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Artikel „Süßenbach“ von Bernhard von Poten in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 37 (1894), S. 183–184, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:S%C3%BC%C3%9Fenbach,_Johann_Christian&oldid=- (Version vom 8. Dezember 2019, 06:28 Uhr UTC)
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Süßenbach, preußischer Oberforstmeister, war Oberjäger im preußischen reitenden Feldjägercorps, machte als solcher den ganzen siebenjährigen Krieg in der Umgebung König Friedrich’s II. mit und wurde zu den Verrichtungen des Generalstabes und der Ingenieurgeographen gebraucht. Er war ein gebildeter Mann, welcher militärische und mathematische Kenntnisse besaß und gut zeichnete. Zeitweise war er dem General v. Wobersnow und dem Generaladjutanten v. Krusemark als Geheimsecretär beigegeben. Sein Kriegsherr war ihm wohlgewogen und machte ihn, nachdem der Friede geschlossen war, zuerst zum Forstmeister, später zum Oberforstmeister in Schlesien. Die in diesen Stellungen ihm gebotene Muße benutzte er um eine Sammlung von Beiträgen zur Geschichte des von ihm mitgemachten Krieges, welche er schon während des letzteren angelegt hatte, zu sichten und zu vermehren. Offenbar hat er dabei den Zweck späterer Veröffentlichung verfolgt; er starb aber bevor es dazu kam und sein Werk ganz vollendet war. Was er hinterlassen hat sind theils eigene Aufzeichnungen über die Vorfälle auf denjenigen Kriegsschauplätzen, auf denen er selbst zugegen war, theils aus zuverlässigen Quellen ihm zugegangene Nachrichten über anderweite Ereignisse und Verhältnisse. Als König Friedrich II. gestorben war, bemühten sich Süßenbach’s Nachfolger im Amte eines schlesischen Oberforstmeisters, v. Wedel, sowie der Philosoph Christian Garve, Süßenbach’s Arbeit im Interesse der Wittwe und ihrer Kinder zu verkaufen. Jener versuchte König Friedrich Wilhelm II. zum Erwerbe derselben zu bestimmen, dieser gedachte in den Herzogen von Weimar und von Braunschweig oder in dem Leipziger Buchhändler Göschen einen Käufer anzuschaffen. Endlich fand sich ein solcher in der [184] Person des Erbgrafen Ludwig von Hessen (später Großherzog Ludwig I.), welcher im Mai 1788 den Preis von 100 Ducaten zahlte. Die Sammlung kam nun nach Darmstadt, wo sie sich noch gegenwärtig in der Hofbibliothek befindet; sie umfaßt neun große Mappen, welche der Zeitfolge entsprechend geordnet sind; S. hat zu dem Inhalte derselben bemerkt, was daran seiner Ansicht nach noch fehlt. Die Sammlung, deren Vorhandensein zu jener Zeit weiten Kreisen bekannt war und z. B. von Tielke bei seiner Beschreibung der Schlacht von Zorndorf wörtlich verwerthet ist, gerieth später derart in Vergessenheit, daß selbst ein Forscher wie J. D. E. Preuß sie nur vom Hörensagen kannte. In „Friedrich der Große. Eine Lebensgeschichte“, Berlin 1838, 2. Band, Seite 417, schreibt letzterer: „Das treffliche Werk scheint keinen Käufer gefunden zu haben.“ Erst später erinnerte man sich seiner und Professor A. Schäfer hat es bei der Herstellung seiner Geschichte des siebenjährigen Krieges, welche in den Jahren 1867 bis 1874 erschien, vielfach benutzt. In der ersten der nachstehend genannten Quellen ist der Inhalt näher angegeben.

Forschungen zur deutschen Geschichte XVII, 579. Göttingen 1877. – Allgemeine Militärzeitung Nr. 35/36. Darmstadt 1844.