ADB:Schürer, Johann Georg

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Artikel „Schürer, Johann Georg“ von Robert Eitner in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 33 (1891), S. 83, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Sch%C3%BCrer,_Johann_Georg&oldid=- (Version vom 23. April 2019, 22:44 Uhr UTC)
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Schürer: Johann Georg S. (wie er sich selbst schreibt, Adam wie ihn alle Musiklexika außer dem Mendel-Reißmann’schen nennen), ein außerordentlich fruchtbarer und fleißiger Kirchencomponist. Da Dlabacz in der Stadtkirche zu Raudnitz in Böhmen ein Offertorium von 1786 von S. fand, so soll Raudnitz sein Geburtsort sein. Dlabacz selbst weiß davon nichts, er sagt nur, daß er ein Böhme war. Gegen 1746 muß er nach Dresden gekommen sein und führte sich durch die Opern „Astrea placata“ und das Pastorale „Galatea“ ein; denen folgten 1747 die Oper „Ercole sul Termodonte“ und 1748 „Calandro“. Im letzteren Jahre wurde er als Kirchencomponist mit 500 Thaler Gehalt fest angestellt, der gegen 1764 auf 700 Thaler erhöht wurde. Das sind aber auch die einzigen Nachrichten, die wir über ihn besitzen. Sein Leben scheint einzig und allein nur im Componiren bestanden zu haben. Außer den verstreut liegenden Compositionen befinden sich im Archiv der katholischen Kirche zu Dresden 615 Partituren in Handschrift, über die er selbst ein thematisches Verzeichniß angefertigt hat, welches die königl. Bibliothek zu Berlin besitzt. Sie umfassen von der Messe ab alle nur denkbaren Werke, oft in dickleibigen Partituren. Man warf ihm zu Lebzeiten vor, daß er nicht in Italien gewesen sei und daher auch die rechte Art zu schreiben nicht verstehe. Heute finden wir keinen Unterschied zwischen seinen Arbeiten und denen seiner Zeitgenossen, die in Italien ihr Können und Wissen sich geholt haben. Man machte sich einst das Componiren sehr leicht und das Handwerkmäßige drängte sich nur allzusehr hervor. Es ist, als wenn sie alle nach einem Muster gearbeitet hätten und nur die jeweiligen Themata gaben dem Satze eine klein wenig andere Färbung. Man war an diese Art Arbeit so sehr gewöhnt, daß man unwillig wurde, wenn sie sich nur ein wenig aus dem alten Geleise herausbewegte und dies ist eigentlich schon ein Beweis für die selbständige Begabung Schürer’s, daß seine Zeitgenossen nicht mit allem einverstanden waren, was er schrieb und ihm daher den Mangel der Studien in Italien vorwarfen, während es nicht ein Mangel, sondern ein Vorzug seiner Werke genannt werden konnte, daß sie sich nicht ganz so sklavisch an die hergebrachte Schablone anschlossen. Im J. 1780 trat er in den Ruhestand d. h. von der amtlichen Seite her und sechs Jahre darauf verschied er am 16. Februar 1786 zu Dresden.

Fürstenau, Beiträge 155, 165 ff.