ADB:Schallern, Gottlieb Adam Johann Ritter und Edler von

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Artikel „Schallern, Gottlieb Adam Johann Ritter und Edler von“ von Julius Pagel in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 30 (1890), S. 565–566, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Schallern,_Gottlieb_Adam_Johann_Ritter_und_Edler_von&oldid=- (Version vom 22. Mai 2019, 15:41 Uhr UTC)
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Schallern: Gottlieb Adam Johann Ritter und Edler v. S., Arzt, ist am 15. Februar 1766 zu Thierstein, Landgericht Selb im Obermainkreise, geboren. Er erlangte seine ärztliche Ausbildung seit 1786 in Erlangen, wo er 1790 mit der Diss. „De Chelidonii majoris virtute medica novis observationibus firmata“ zum Dr. med. promovirte. Nachdem er hierauf eine wissenschaftliche Reise durch Oberdeutschland, die Schweiz und die rheinischen Bäder gemacht und kurze Zeit in Wunsiedel als Arzt prakticirt hatte, folgte er 1792 bei der Neugestaltung des Medicinalwesens in den fränkischen Fürstenthümern Ansbach und Baireuth einem Rufe der preußischen Regierung nach Baireuth und zwar als Medicinal-Assessor. 1796 wurde er zum Medicinalrath befördert, 1798 erhielt er das Physikat des Bezirks Baireuth und 1807 wurde er mit dem Amte als Hebammenlehrer betraut. Auch hatte er zur Ausbildung des wundärztlichen Personals chirurgische Vorträge zu halten. Beim Uebergang von Baireuth an [566] Baiern wurde S. 1811 als Kreismedicinalrath bei dem Generalcommissariat und 1817 bei der Kreisregierung angestellt, wo er bis zu seinem am 12. October 1827 erfolgten Tode eine verdienstvolle Thätigkeit entfaltete. S. war ein tüchtiger Praktiker und ein großer Naturfreund. In seinen Mußestunden beschäftigte er sich mit Vorliebe mit Gartenbau und Landwirthschaft. Um Baireuth hat er sich in mehr als einer Beziehung verdient gemacht. Infolge seiner lebhaften Bemühungen erhielt die Stadt ihre erste Badeanstalt; ferner wirkte er auf Einführung und Popularisirung der Kuhpockenimpfung hin. Dann entfaltete er 1796 und 1797 gelegentlich einer heftig grassirenden Epidemie von Rinderpest eine außerordentlich rührige und erfolgreiche Thätigkeit zur Bekämpfung derselben. Er schrieb zu diesem Zwecke auch zwei kleine, im Sinne der Brown’schen Erregungstheorie gehaltene Abhandlungen: „Deutliche Anweisung, die Viehpest (Löserdürre) zu erkennen und zu heilen“ (1797) und „Versuch über die reizend-stärkende Curmethode gegen die Viehpest“ (Hufeland’s Journal 1797). Endlich sind erwähnenswerth Schaller’s aufopferungsvolle Bemühungen während einer 1804 herrschenden Ruhrepidemie, sowie seine angestrengten und erstaunlichen Leistungen während der französischen Occupation (1806–1810) und während der schweren Kriegstyphus-Epidemie von 1814.

Vgl. Biogr. Lexikon hervorragender Aerzte, herausgegeben von A. Hirsch V, 203.