ADB:Schels, Johann Baptist

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Artikel „Schels, Johann Baptist“ von Bernhard von Poten in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 31 (1890), S. 28–29, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Schels,_Johann_Baptist&oldid=- (Version vom 19. September 2019, 11:50 Uhr UTC)
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Schels: Johann Baptist S., österreichischer Oberstlieutenant und Schriftsteller, der Sohn eines Staatsbeamten und von diesem für eine bürgerliche Laufbahn bestimmt, am 9. November (n. A. 6. December) 1780 zu Brünn geboren, trat aus Neigung zum Soldatenstande 1800 als Kadett bei einem Infanterieregiment in den Dienst, kam 1804 in den Generalquartiermeisterstab, nahm am Feldzuge von 1805 theil, ward dann bei der Landesaufnahme verwendet, im Kriege von 1809 in Polen schwer verwundet und nach seiner Herstellung in der litterarischen Abtheilung des Generalquartiermeisterstabes beschäftigt; während der Feldzüge von 1813 und 1814 war er mit Herstellung der in der Staatsdruckerei erscheinenden Berichte über die Ereignisse auf den Kriegsschauplätzen betraut. Während des kurzen Feldzuges von 1815 gehörte er dem Hauptquartiere Schwarzenberg’s an; dann kam er in die kriegsgeschichtliche Abtheilung des Generalquartiermeisterstabes und übernahm 1818 unter Leitung des späteren [29] Feldmarschalllieutenant Graf Leonhard Rothkirch die Redaction der wieder ins Leben gerufenen, vom Erzherzog Karl begründeten, „Oesterreichischen militärischen Zeitschrift“ (jetzt Streuffler’s österreichische militärische Zeitschrift), welche er bis zu seinem am 8. October 1847 zu Wien erfolgten Tode geführt hat; seit 1831 war er auch Vorsteher der k. k. Kriegsbibliothek. – Als Schriftsteller war er auf allgemein-, noch mehr aber auf kriegsgeschichtlichem und auch auf kriegswissenschaftlichem Gebiete sehr thätig, bei seiner großen Fruchtbarkeit nicht immer mit der wünschenswerthen Gründlichkeit, auch entbehrt seine Schreibweise der Frische. Von seinen allgemeingeschichtlichen Werken sind eine „Geschichte der Länder des österreichischen Kaiserstaates“ in 9 Bänden (Wien 1819–1828), denen als 10. eine „Geschichte Kaiser Leopold II.“ (Wien 1837) folgte, und eine „Geschichte des südöstlichen Europa unter der Herrschaft der Römer und Türken“, 2 Bände (Wien 1827–1828) die wichtigsten, unter den kriegsgeschichtlichen sind es „Die Feldzüge der Oesterreicher in Italien 1733–1735“ (Wien 1834) und „Beiträge zur Kriegsgeschichte und Kriegswissenschaft“, eine Reihe von Einzelschriften, wovon zwei Sammlungen, eine jede in sechs Bänden erschienen sind (Wien 1822–1833). Ferner schrieb er „Der Felddienst“ (Wien 1824), 4 Bände, viele Aufsätze etc. für die militärische Zeitschrift etc.

Oeterreichische militärische Zeitschrift, Wien 1848, 2. Band, 6. Heft (Lebensbeschreibung von Oberst Pannasch). – C. v. Wurzbach, Biographisches Lexicon des Kaiserthums Oesterreich, 29. Theil, Wien 1875.