ADB:Schlee, Christian

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Artikel „Schlee, Christian“ von Karl Ernst Hermann Krause in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 31 (1890), S. 353–354, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Schlee,_Christian&oldid=- (Version vom 17. August 2019, 09:16 Uhr UTC)
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Schlee: Christian S. heißt, ebenso wie sein Vater Oswald S., bei dem gleichzeitigen Rostocker Chronisten Scheiterer durchweg Schlee; der ursprüngliche Name aber war Slede (Schlitten), und danach latinisirten sich beide in Sledanus. Der Vater, geboren in Rostock, wurde 1579 Magister, war 1577–89 Diakonus an St. Petri daselbst, 1589–1609 Archidiakonus und 1609–13 Pastor zu St. Marien, seit 1610 zugleich Stadtsuperintendent und starb am 5. (nicht 4.) Januar 1613. Er hat eine große Anzahl Parentationen, unter andern für Lucas Bacmeister, gehalten und zum Theil drucken lassen. Für ihn selbst hielt Archidiakonus Constantin Fiedler die Leichenrede am 8. Jan. 1613. Sein Sohn Christian war geboren 1579, studirte in Rostock und Wittenberg, promovirte 1602 zum Magister, 1605 führte er in großer Versammlung in der Johanniskirche zu Rostock die Komödie von Susanna auf und eröffnete dadurch von neuem eine Reihe ähnlicher theatralischer Aufführungen, die sich fast durch ein halbes Jahrhundert verfolgen lassen und zu großen theologischen Streitigkeiten führten. Ein Verlesen in der Scheiterer’schen Chronik oder ein Druckfehler (in Vict. Aimé Huber’s) Meckl. Bll. 1. (einzig.) Jahrg. Nr. 19, S. 285 hat in Bärensprung’s Mater. zu einer Gesch. des Theaters in Meckl.-Schwerin S. 6 (Lisch, Jahrb. I, 86 Anm.) als diesen Aufführer einen Christianus Schlot entstehen lassen. Uebrigens war schon am Vastelabend 1558 eine Susanna in Rostock neben einer Tragoedia Agamemnonis (des Seneca?) aufgeführt. 1605 wurde S. außerordentlicher und 1609 ordentlicher Professor der Theologie; vorher schon war er am 15. Juni 1608 zum Predigtamte ordinirt, um Herzog Johann Albrecht II. zur Hochzeitreise nach Schweden als Hofprediger zu begleiten. Am 26. August 1610 promovirte er zugleich mit Johannes Affelmann zum Doctor der Theologie. 1614 wurde er als Pastor an den Dom in Schleswig berufen, wo er 1646 als Propst starb. Sein Bildniß aus der letzten Lebenszeit brachte Westphalen, Mon. inedit. III, zu S. 1255; sein Testament ist im „Etwas“ 1738, S. 149 abgedruckt.

[354] Die Schriften beider s. im Etwas von Gelehrten Rostockschen Sachen 1737, 1739, 1741 und 1742 und bei J. Moller, Cimbria litt. II. – Krey, Andenken an die Rostock’schen Gelehrten VII, 20. – Scheiterer’s Chronik (unvollständig und nicht genau): Neue wöchentl. Rostock’sche Nachr. und Anz. 1841, S. 281–306. – Ueber Scheiterer vgl. Krause in Hans. Geschichtsbl. Jahrg. 1885, S. 185 f. – Zeitschr. f. Schl.-Holst.-L. Geschichte XIX (1889) S. 40.