ADB:Schlegel, Johann Christian Traugott

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Artikel „Schlegel, Johann Christian Traugott“ von Julius Pagel in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 31 (1890), S. 387–388, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Schlegel,_Johann_Christian_Traugott&oldid=- (Version vom 19. Juni 2019, 07:33 Uhr UTC)
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Schlegel: Johann Christian Traugott S., Arzt, ist am 28. November 1746 als Sohn eines Predigers in Langeneichstädt bei Querfurt in Sachsen geboren. Seine Vorbildung erhielt er theils von seinem Vater, theils seit 1762 auf der höheren Schule zu Roßleben. 1768 bezog er zum Studium der Heilkunde, zu der er sich gegen den Wunsch seiner Eltern schon früh hingezogen fühlte, die Universität Jena, wo er sich besonders der Protection Baldinger’s erfreute. Seine übrigen Lehrer waren: Riedel, Succow, Walch, Kaltschmied, Nicolai, Neubauer, Rickmann und Mayer. Am 20. Juli 1771 erlangte er daselbst nach Vertheidigung seiner sehr gelehrten Dissertation „De metastasi in morbis“ die Doctorwürde. Hierauf ließ er sich in Langensalza nieder, wo er bald ein großes Ansehen erlangte. 1788 folgte er einer Berufung als fürstlich Schönburgischer Leibarzt und Physikus nach Waldenburg, wo er bis zu seinem am 18. Januar 1824 erfolgten Tode in segensreicher Weise wirkte. 1791 erhielt er den Titel als Hofrath, 1821 feierte er sein 50jähriges Doctorjubiläum, aus welchem Anlaß ihm viele Ehrenbezeugungen zu Theil wurden. S. war ein sehr gelehrter Arzt, stand mit vielen Koryphäen seiner Wissenschaft in lebhaftem Briefwechsel und war Mitglied der kaiserlichen Leopold.-Carolinischen Akademie der Naturforscher, der Societät der Medicin, Chirurgie und Pharmacie zu [388] Brüssel und der Societät der Wissenschaften und Künste zu Nancy. Sein hauptsächlichstes Werk ist ein mit vielem Beifall aufgenommenes und mehrfach aufgelegtes „Deutsches Apothekerbuch. Nach der Pharmacopoea Danica ausgearbeitet“ (Gotha 1776; die zweite und dritte Auflage gemeinsam mit Wiegleb in Langensalza besorgt, die 4. wiederum selbständig bearbeitet). Ferner schrieb er „Medicinische Litteratur für praktische Aerzte“, (12 Theile, Leipzig 1780–86); „Neue medicinische Litteratur“ (Bd. 1–4. Ebendas. 1787–94) u. v. a. Auch besorgte er neue Ausgaben von „Tronchin, de colica pictorum“ (Jena und Leipzig 1771), „Kloeckhof, opuscula medica omnia“ (ebenda 1772), „D. Ludwig Rouppe, Abhandlung vom Scorbut“ (Gotha 1775), ferner von „D. H. van Doevern, primae lineae de cognoscendis mulierum morbis“ (Leipzig 1786), von „Jos. Lieutaud, hist. anatom.-med., recensuit quondam Ant. Portal“ (Vol. I bis III, Langensalza und Gotha 1786–1802). Von ihm rühren noch her: „Sylloge selectiorum opusculorum de mirabili sympathia, quae partes inter diversas corporis humani intercedit“ (Leipzig 1787), „Thesaurus pathologico-therapeuticus“ (Vol. I, ebd. 1789), „Thesaurus medicae“ (F. I–III, ebd. 1793 cum tab. aen.), „Sylloge operum minorum praestantiorum ad artem obstetriciam spectantium“ (Vol. I und II, ebenda 1795–96, cum tabb. aen.) Auch war er Mitarbeiter an der „Deutschen Bibliothek“.

Vergl. noch Allg. med. Annalen 1824, Heft 3. – Biogr. Lexikon hervorragender Aerzte, herausgegeben von A. Hirsch V, S. 230.