ADB:Schlosser, Hieronymus Peter

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Schlosser, Hieronymus Peter“ von Rudolf Jung in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 31 (1890), S. 543–544, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Schlosser,_Hieronymus_Peter&oldid=- (Version vom 23. Mai 2019, 17:50 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Schlosser, Gustav
Band 31 (1890), S. 543–544 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand Dezember 2013, suchen)
GND-Nummer 117330205
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|31|543|544|Schlosser, Hieronymus Peter|Rudolf Jung|ADB:Schlosser, Hieronymus Peter}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=117330205}}    

Schlosser: Hieronymus Peter S., Sohn des kaiserlichen Rathes und Schöffen Dr. Erasmus Karl S., geb. am 4. März 1735 in Frankfurt a. M., Advocat daselbst, 1777 Rathsherr, 1786 und 1789 jüngerer Bürgermeister, 1792 Schöff, † am 11. Sept. 1797. Schon in der Jugend war er mit Goethe bekannt, dem er neben seinem jüngeren Bruder Johann Georg (vgl. unten) als [544] Muster in den höheren Studien und als vielversprechend für Staat und Kirche vorgehalten wurde. Aus der Bekanntschaft erwuchs trotz des Unterschiedes der Jahre eine warme Freundschaft, als Goethe sich als Advocat in der Vaterstadt niedergelassen hatte und sich des rathenden und helfenden Umganges der beiden S., seiner Collegen, erfreute. S. war nach Goethe „ein gründlicher und eleganter Rechtsgelehrter“, ein Mann von vielem Wissen und reichem Humor, ein geistreicher Gelegenheitsdichter in lateinischer Sprache; seine Poematia erschienen 1775 im Druck. Von ihm ist ein Porträt erhalten, welches Goethe vor 1775 gezeichnet hat; ein weiteres Denkmal ihres beiderseitigen Verhältnisses sind die 1774 an S. gerichteten Verse: „Du, dem die Musen von den Actenstöcken“ etc. S. war ein fleißiger Sammler von Frankofurtensien, welche Goethe bei seiner Schilderung der Vaterstadt in „Aus meinem Leben“ vielfach als Quelle benutzte. Bei der Wittwe Schlosser’s wohnte der Dichter bei seinem 1814 erfolgten Besuche in Frankfurt. – Ueber Schlosser’s älteren Sohn Fritz vgl. oben; der jüngere, Christian, geb. 1782, eine krankhafte, überspannte Natur, studirte in Jena Medicin und verkehrte dort viel mit Goethe, trat 1812 in Rom zum Katholicismus über, wurde 1817 von Stein bei dessen Arbeiten für das Zusammentreten der westfälischen Provinzialstände verwendet, kam 1818 durch Altenstein als Gymnasialdirector nach Koblenz, gab 1819 die Stelle auf und starb 1829 in Rom.

Vgl. Frese, Goethebriefe aus Fritz Schlosser’s Nachlaß (Stuttgart 1877) – Goethe, Aus meinem Leben. – Pertz, Leben des Frh. vom Stein, Bd. Bd. V.