ADB:Schlotheim, Karl Ludwig Freiherr von

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Artikel „Schlotheim, Karl Ludwig Freiherr v.“ von Bernhard von Poten in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 31 (1890), S. 553, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Schlotheim,_Karl_Ludwig_Freiherr_von&oldid=- (Version vom 18. Juli 2019, 11:54 Uhr UTC)
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Schlotheim: Karl Ludwig Freiherr v. S., preußischer General der Cavallerie, geb. am 22. Aug. 1818 zu Uthleben bei Sangerhausen, trat am 1.Juli 1835 beim 12. Husarenregiment in den Dienst, ward am 11. September 1836 Secondlieutenant, 1842 Regiments-, 1848 Brigadeadjutant, nahm 1849 als Adjutant der Reservecavallerie des 2. Armeecorps der Rheinarmee am Feldzuge gegen die Aufständischen in Baden teil und ward, nachdem er 1853 Rittmeister geworden war und unter Leitung des damaligen Generalstabschefs des IV. Armeecorps, Oberst Freiherrn von Moltke, eine Generalstabsübungsreise mitgemacht hatte, im October 1855 in den Generalstab versetzt. In diesem Verhältnisse trat er in dienstliche Beziehungen zum Prinzen Friedrich Karl von Preußen, wurde zu den Vorbereitungen für die Umgestaltung des Heeres herangezogen und bei der Verwirklichung derselben am 12. Mai 1860 zum Führer, bald darauf aber zum Commandeur des zu errichtenden 2. Garde-Dragonerregiments ernannt. Aus den ihm überwiesenen Stammtheilen hatte er bald einen einheitlichen Organismus voll frischen Lebens und Strebens geschaffen, an dessen Spitze er blieb, bis er am 14. December 1865 als Oberst zum Chef des Generalstabes des 8. Armeecorps ernannt wurde. Dem commandierenden General des Corps, General Herwarth v. Bittenfeld, stand er in der Eigenschaft als Chef des Generalstabes zur Seite, als jener im Feldzuge des Jahres 1866 die Elbarmee befehligte. Oberst v. S. brachte aus demselben den Orden pour le Mérite zurück. Als nach dem Kriege die großherzoglich hessischen Truppen in den Rahmen des preußischen Heeres traten, ward er zum Commandeur der großherzoglich hessischen Kavalleriebrigade (25.) ernannt. Er führte diese 1870, wo sie einen Bestandtheil des IX. Armeecorps bildete, nach Frankreich und wohnte mit derselben der Schlacht von Gravelotte-Saint Privat (18. August) bei, ward dann zum Chef des Generalstabes der unter dem Befehl des Kronprinzen Albert von Sachsen neugebildeten Maasarmee ernannt und machte in dieser Stellung den Rest des Krieges mit. Beide Classen des Eisernen Kreuzes, das Eichenlaub zum Orden pour le Mérite, der königlich-sächsische Heinrichsorden 2. Classe etc. brachten die Anerkennung zum Ausdruck, welche Schlotheim’s Leistungen in den Kämpfen gegen das Heer Mac Mahon’s und bei der Belagerung von Paris gefunden hatten. Nach Beendigung des Krieges befehligte der General zuerst eine Division des in Frankreich verbliebenen Besatzungsheeres und dann, seit dem 20. März 1872, die 17. (mecklenburgische) Division. Am 18. September 1880 zum commandierenden General des 11. Armeecorps ernannt, starb er, wenige Tage nachdem die mit Rücksicht auf seine Gesundheit von ihm erbetene Entlassung bewilligt worden war, am 7./8. April 1889 in seiner bisherigen Garnison Kassel. S. war streng und scharf, aber auch gerecht und wohlwollend: sein Tadel war rein sachlich und ward nur ausgesprochen wenn es nothwendig war; er selbst war daher von seinen Untergebenen wahrhaft geliebt – lautet das Urtheil eines der letzteren in einem im Militair-Wochenblatte ihm gewidmeten Nachrufe.

Militair-Wochenblatt, Berlin 1885, Nr. 68; 1889, Nr. 33. – Allg. Mil.-Ztg. Darmst. 1885, Nr. 67, 68; 1889 Nr. 30.