ADB:Schnizer, Joseph Joachim von

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Artikel „Schnizer, Joseph Joachim von“ von August Wintterlin in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 32 (1891), S. 176–177, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Schnizer,_Joseph_Joachim_von&oldid=- (Version vom 21. November 2019, 05:14 Uhr UTC)
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Schnizer: Joseph Joachim v. S., Schlachtenmaler, geboren am 19. März 1792 zu Weingarten, † am 30. April 1870 zu Stuttgart, war der Sohn des am 1. Juli 1795 verstorbenen Obersten des schwäbischen Kreisregiments von Fürstenberg, Jos. v. S. Frühe der Kunst zugewandt bezog S. im J. 1808 die Kunstakademie in München, wurde aber im Jahre 1812 zum württembergischen Heer ausgehoben. Doch erlaubte König Friedrich dem Rekruten, sich neben der militärischen Dressur unter Hofmaler Seele, einem vorzüglichen Soldatenzeichner, auch künstlerisch weiterzubilden. Auf der ersten Kunstausstellung in Stuttgart im J. 1812 finden wir ihn mit einem Oelbilde „Achilles am Ufer des Meeres“ und mit einer braun in braun lavirten allegorischen Composition vertreten. Während des Feldzuges von 1813 wurde S. zum Officier befördert und machte als solcher auch noch die Kriege von 1814 und 1815 mit, mehrfach für seine Tapferkeit ausgezeichnet. Dann aber nahm er seinen Abschied, um sich ganz der Kunst zu widmen. „Den Aufforderungen eines einsichtsvollen militärischen Freundes (Scharfenstein?) nachgebend“ versuchte er sich in der Schlachtenmalerei mit einer Darstellung des Gefechtes von Epinal. König Wilhelm von Württemberg, der selbst als Feldherr darauf verewigt war, kaufte ihm das um den Anfang des Jahres 1820 fertig gewordene Gemälde ab und bestellte gleich als Gegenstück die Schlacht von Brienne, später auch die Erstürmung von Sens und die Schlacht von Montereau. Zum Hofmaler ernannt, verlor S. diese Stelle wieder, als er sich bei dem sogen. vergeblichen Landtage von 1833 als Abgeordneter von Biberach auf die Seite der liberalen Opposition stellte. Von dieser Zeit an finden wir ihn meist nur noch als Porträtmaler thätig. Seine Bildnisse, besonders die von ehemaligen Kriegskameraden, sind sehr lebhaft aufgefaßt und mit ächt oberschwäbischer Farbenfreudigkeit behandelt. Ein im J. 1821 gemaltes Porträt vom König Wilhelm, dargestellt als Feldherr mit Feldstecher und Landkarte unter einem Baume stehend, war, von N. Strixner lithographirt und von [177] den Gebr. Boisserée verlegt, einst fast in jedem Gasthofe und in allen besseren Privathäusern Württembergs zu sehen. Seine Schlachtenbilder mit trefflich gezeichneten Figürchen behalten durch die große Deutlichkeit des Gefechtsvorganges, viele wohlgetroffene Bildnisse der Führer und höchst charakteristisch wiedergegebene Soldatentypen für immer ihren Werth. Eine ausführliche Lebensgeschichte des originellen Mannes scheint nicht vorhanden zu sein. Wohl aber hat er einige gute Selbstbildnisse hinterlassen. Seinen Werken hat Ludwig Schorn im Cotta’schen Kunstblatt öfter eingehende Besprechungen gewidmet, z. B. im Jg. 1820 S. 13 f., 1821 S. 373 f., 1824 S. 336.