ADB:Schopenhauer, Adele

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Artikel „Schopenhauer, Adele“ von Franz Brümmer in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 32 (1891), S. 332–333, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Schopenhauer,_Adele&oldid=2486672 (Version vom 21. Juli 2018, 21:30 Uhr UTC)
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Schopenhauer: Louise Adele S. war eine Tochter des 1793 von Danzig nach Hamburg verzogenen Kaufmanns Heinrich Floris S. und seiner Gattin Johanna S. (s. u.) und am 12. Juni 1797 in Hamburg geboren. Im J. 1803 unternahmen ihre Eltern eine große Reise durch Europa, während welcher die Tochter in ihrer Vaterstadt zurückblieb, und erst 1806 trafen alle Glieder der Familie wieder zusammen. Kurz darauf starb der Vater eines plötzlichen Todes, und die Mutter zog nun mit ihren Kindern im September 1806 nach Weimar. Hier wuchs Adele unter der Leitung und Pflege der geistreichen Mutter in gedeihlicher Weise heran, und die Eigenthümlichkeit des mütterlichen Hauses, in welchem sich alle Berühmtheiten Weimars allwöchentlich zusammenfanden, gab ihrem Geiste die vorherrschende Richtung auf Wissenschaft und Kunst. In Goethe’s Hause war Adele ein häufiger Gast, und mit der Schwiegertochter des großen Dichterfürsten, Ottilie, verband sie eine dauernde [333] Freundschaft. Leider war ihr Gesundheitszustand kein fester, und Rücksichtnahme darauf veranlaßte wohl die Mutter, ein wärmeres Klima aufzusuchen und sich 1828 in Bonn anzusiedeln. Hier schloß sie Freundschaft mit der Dichterin Annette v. Droste-Hülshoff. Im J. 1837 kehrten Mutter und Tochter nach Weimar zurück, wo erstere im folgenden Jahre starb. Adele stand nun zwar verlassen, aber in ihrer geistigen Kraft doch selbständig in der Welt. Ein Act der Pietät war es, daß sie 1839 den „Nachlaß“ ihrer Mutter in zwei Bänden herausgab. In der Folge lebte sie bald hier, bald dort, zu wiederholten Malen in Italien, dessen milde Lüfte ihrem Brustleiden Heilung bringen sollten, am liebsten aber in Bonn, und hier starb sie auch in den Armen ihrer Freundin und Pflegerin, der Frau Sibylle Martens-Schaffhausen, am 25. August 1849. – Adele S. trat erst in ihren letzten Jahren als Schriftstellerin auf. Wir besitzen von ihr „Haus-, Wald- und Feldmärchen“ (1844); „Anna. Ein Roman aus der nächsten Vergangenheit“ (II, 1845); „Eine dänische Geschichte. Roman“ (1847). „Ihr schriftstellerisches Talent war mehr ein verarbeitendes, beschreibendes; die höhere schöpferische Kraft besaß sie nicht.“

Neuer Nekrolog der Deutschen, 27. Jahrg. 1849, S. 675 ff. – Schröder-Klose, Lexikon der Hamburg. Schriftsteller, VII, 6.