ADB:Schurig, Karl Wilhelm

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Artikel „Schurig, Karl Wilhelm“ von Hermann Arthur Lier in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 55 (1910), S. 617, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Schurig,_Karl_Wilhelm&oldid=- (Version vom 26. Mai 2019, 23:52 Uhr UTC)
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Schurig *): Karl Wilhelm Sch., Historienmaler, wurde am 17. December 1818 in Leipzig geboren. Da sich schon frühzeitig seine Begabung für die bildende Kunst herausstellte, wurde er der Akademie seiner Vaterstadt zur Ausbildung überwiesen. Gegen Ausgang der dreißiger Jahre siedelte er nach Dresden über, wo er Schüler der dortigen Akademie wurde. Später begab er sich unter die Leitung des Professors Eduard Bendemann. Im J. 1845 erhielt er das akademische Reisestipendium, mit dessen Hülfe er nach Italien reiste, wo er bis zum Jahre 1848 blieb. Nach seiner Rückkehr nach Dresden verheirathete er sich bald und versuchte sich als selbständiger Maler festzusetzen. Größere Erfolge waren ihm nicht beschieden. Immerhin erwarb die kgl. Galerie in Dresden mit den Mitteln der Lindenaustiftung im J. 1851 seine „Judenverfolgung in Speier“, die 1905 dem Kunstverein zu Plauen i. V. zur Aufbewahrung überlassen worden ist, während seine „Schweizer Abgesandten vor Kaiser Albrecht I.“, eine Jugendarbeit aus dem Jahre 1842, durch Vermächtniß 1862 an das Städtische Museum in Leipzig fiel. 1863 erhielt er den Auftrag, auf Rechnung des Fonds für öffentliche Kunstzwecke ein Altargemälde, die Auferstehung Christi darstellend, für die Kirche zu Eppendorf bei Oederan in Sachsen zu malen, das er 1865 vollendete. Auch die Kirche zu Dittelsdorf bei Zittau besitzt ein vom sächsischen Kunstverein gestiftetes Wandgemälde von seiner Hand. Familiensorgen, die auch durch seine 1857 erfolgte Ernennung zum Professor an der Dresdner Akademie nicht hinreichend behoben wurden, nöthigten ihn, sich einen sicheren Broterwerb zu suchen. Er wußte aus der Noth eine Tugend zu machen. Seine Kreidezeichnungen, die er für die Firma Brockmann in Dresden zum Zweck photographischer Vervielfältigung lieferte, erfreuten sich wegen ihrer Correctheit und harmonischen Durchführung des größten Ansehens bei seinen Zeitgenossen und wurden auch von dem Auftraggeber anständig honorirt. Die meisten davon führte er in Originalgröße aus. Sogar die Dresdner „Sixtina“ hat er in voller Größe nachgezeichnet. Trotz dieser lohnenden Erfolge und der Anerkennung seiner Dresdner Collegen fühlte er sich als Künstler bedrückt. Dazu kamen in seinen letzten Lebensjahren körperliche Leiden, Nervenabspannung und Schwäche. Er suchte Erholung im Süden, kehrte aber, nur kränker geworden, zurück. So war der am 10. März 1874 eintretende Tod für ihn nur eine Erlösung. Bei seinem Begräbniß am 13. März feierte man ihn als einen Menschen und Künstler, der den Namen eines Ehrenmannes vollauf verdient hätte.

6. Beilage zu Nr. 74 des Dresdener Anzeigers vom 15. März 1874, S. 27, 28. – Beiblatt zur Zeitschrift für bildende Kunst, IX. Jahrgang, Leipzig 1874, Sp. 388, 389. – Friedr. v. Boetticher, Malerwerke des 19. Jahrh., 2. Bd., Dresden 1898, S. 683. – Karl Woermann, Katalog der kgl. Gemäldegalerie zu Dresden. Große Ausgabe. 7. Aufl., Dresden 1908, S. 720.

*) Zu Bd. LIV, S. 268.