ADB:Soden, Franz Freiherr von

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Artikel „Soden, Freiherr Franz von“ von Ernst Mummenhoff in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 34 (1892), S. 531–532, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Soden,_Franz_Freiherr_von&oldid=- (Version vom 19. November 2019, 05:50 Uhr UTC)
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Soden: Freiherr Franz v. S., Oberstlieutenant und Nürnberger Historiker, geboren in Kitzingen am 12. August 1790, † in Nürnberg am 17. October 1869. In den Jahren 1804 bis 1808 besuchte er die Gymnasien zu Nürnberg, Ansbach und Würzburg und trat, nach halbjährigem Studium der Medicin an der Universität zu Altdorf, 1811 in fürstl. Sondershausen’sche Militärdienste. 1812 bis 1815 machte er die Feldzüge nach Rußland, in die Niederlande und nach Frankreich mit. Ende 1815 wurde er zum Hauptmann ernannt. Nachdem er 1825 in einem Duell, in das er durch Intriguen und in gewaltthätiger und schmählicher Weise gezogen worden war, den rechten Arm verloren hatte, siedelte er nach Nürnberg über, wo er 1828 die Tochter des Assessors am Stadtgericht, Joh. Christ. Wilh. v. Scheurl auf Vorra, Karoline Jakobine v. Scheurl heirathete. 1835 erhielt er den Charakter als Major, 1863 als Oberstlieutenant. Seit seinem Aufenthalt in Nürnberg beschäftigte er sich mit Ausdauer und Erfolg mit der Geschichte dieser Stadt. Außer den kleineren Monographien: „Historisch-topographische Beschreibung der uralten Kapelle zu Altenfurth bei Nürnberg“ (1834), „Christoph Scheurl II. und sein Wohnhaus zu Nürnberg“ (1837), „Geschichte des ehemaligen Weilers Affalterbach“ (1841), „Der Sturm auf Velden“ (1844), „Die Kriegszüge der Nürnberger nach Lichtenberg und Ungarn“ (1857), „Kaiser Karl V. in Nürnberg“ (1858), „Kaiser Maximilian in Nürnberg“ (1866), veröffentlichte er 1855 vornehmlich auf [532] Grund von bis dahin noch nicht erschlossenen Quellen im Scheurl’schen Familienarchiv und königl. Kreisarchiv Nürnberg seine „Beiträge zur Geschichte der Reformation und der Sitten jener Zeit mit besonderem Hinblick auf Christoph Scheurl II.“ und 1867 in Verbindung mit dem Lehrer und Prediger am Kadettenhause in Potsdam, J. K. F. Knaake, das für die Geschichte der Reformation so wichtige Briefbuch Christoph Scheurl’s aus der Zeit von 1505 bis 1540. Zu dem letzteren Werke lieferte er das gesammte Correspondenzmaterial. Ferner schrieb er eine „Kriegs- und Sittengeschichte Nürnbergs vom Ende des 16. Jahrhunderts bis zur Schlacht bei Breitenfeld 1631“ in 3 Bänden (1860 bis 1862), an die sich ein weiteres dreibändiges Werk, „Gustav Adolph und sein Heer in Süddeutschland“, anschloß (1865–1869). Beide Werke enthalten eine Fülle culturgeschichtlichen Materials.

Man hat an den größeren Werken Soden’s einerseits die unzureichende Verarbeitung des massenhaften Stoffes und die Formlosigkeit, andererseits aber wieder gerügt, daß er die ihm zu Gebote stehenden Quellen nicht erschöpft habe, beides Vorwürfe, die in solch allgemeiner Fassung durchaus unberechtigt sind. Das Eine wollte er nicht, und das Andere stand bei der ungeheuren Masse des Stoffes, der hier vorliegt, nicht in seiner Gewalt. Auf Grund der dreißigjährigen Kriegsacten, der Rathsprotokolle und Stadtrechnungen, die damals erst in geringem Maße für die reichsstädtische Geschichte nutzbar gemacht waren, hat er ein reiches geschichtliches und insbesondere culturgeschichtliches Material gehoben, das dem Erforscher jener Zeit nicht selten gute Dienste leistet, wenn es ihn auch bei tieferem Eindringen nicht stets der Mühe enthebt, den Spuren der Ereignisse in den Quellen selbst näher nachzugehen. Was aber die behauptete Formlosigkeit anlangt, so wollen diese Werke nicht anders denn als Materialiensammlungen zur Geschichte jener Zeit angesehen werden.

Leben und Schicksale des fürstlich Schwarzburgischen Kammerherrn und Oberstlieutenants Freiherrn Franz v. Soden. Von ihm selbst geschrieben und als Manuskript gedruckt.