ADB:Störl, Johann Georg Christian

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Artikel „Störl, Johann Georg Christian“ von Robert Eitner in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 36 (1893), S. 447–448, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:St%C3%B6rl,_Johann_Georg_Christian&oldid=- (Version vom 21. September 2019, 18:25 Uhr UTC)
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Störl: Johann Georg Christian St., ein tüchtiger Organist, geboren um 1676 zu Kirchberg (Hohenlohe), † 1719 zu Stuttgart, trat 1687 als Discantist in den Capellchor der Hofmusik in Stuttgart, wurde vom Herzoge zur Ausbildung in der Musik im J. 1697 zu Pachelbel nach Nürnberg geschickt, 1701 nach Wien zu Ferdinand Tobias Fischer, um sich in der Composition noch zu vervollkommnen, erhielt 1706 eine provisorische Anstellung an der [448] Stuttgarter Hofcapelle und am 19. Februar 1707 den Posten eines Stiftsorganisten an der Stiftscapelle mit dem Titel eines Stiftscapellmeisters. Sein Gehalt betrug 165 Gld. nebst 3 Scheffel Roggen, 26 Scheffel Dinkel, 4 Scheffel Hafer und 7 Eimer Wein. Am 23. April trat er das Amt an. 1715 war sein Gehalt als Stiftsorganist und Capellmeister auf 200 Gld. gestiegen. Von seinen Compositionen besitzen wir nur Weniges, obgleich er nach Mattheson’s Ehrenpforte zahlreiche Kirchencantaten gesetzt haben soll. Dagegen hat sich sein Gesangbuch in mehreren Exemplaren erhalten, betitelt: „Neubezogenes Davidisches Harpfen- und Psalterspiel, oder: Neu-aufgesetztes Württembergisch-vollständiges, nach der genauesten und reinsten Sing- und Schlag-Kunst eingerichtetes Schlag- Gesang und Noten-Buch … Stuttgart 1710 bei Metzler.“ Es enthält 283 Melodien mit beziffertem Baß. Exemplare besitzen die Bibliotheken in Leipzig, Wernigerode, Hamburg und Hannover, manche Exemplare tragen die Jahreszahl 1711 (vgl. Zahn, Melodien VI unter Nr. 856). Neue Auflagen erschienen 1721 ebendort in 4° mit 270 Nummern. Im Exemplar der Bibliothek in München befindet sich noch ein hdschr. Anhang von 56 Nummern, außerdem besitzt sie auch Leipzig, ferner eine Ausgabe von 1744 mit 399 Melodien mit bez. Baß, die Joh. Georg Stötzel herausgab (Exemplare in Leipzig, Hamburg und Hofbibliothek Wien). Eine Sammlung von 20 geistlichen Liedern, Cantaten und Arien seiner Composition, betitelt: „Denk-Mahl der Erkentniß, Liebe und Lob Gottes“ … In Stuttgart 1711 bei Treu erschienen (Exemplar in Wernigerode), gab Friedrich Kunrad Hiller heraus. Ferner besitzt die kgl. Bibliothek in Berlin im Mscr. ohne Signatur einen Band mit 6 Sonaten für Cornetto, Alto-Trombone, Tenor- und Baß-Trombone, in Partitur. Winterfeld bespricht die erste Ausgabe des Gesangbuches recht breit, doch erhält man kein sicheres Bild von den Leistungen Störl’s. Die Sonaten sind mir unbekannt.

Mattheson’s Ehrenpforte „ex autographo“ und Sittard’s Geschichte der Musik in Württemberg I, 90, 313 und 314. Der letzte Satz in der Anmerkung auf S. 313 beruht auf einem Irrthume Sittard’s.