ADB:Starke, Johann Georg

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Artikel „Starke, Johann Georg“ von Hermann Arthur Lier in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 35 (1893), S. 494, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Starke,_Johann_Georg&oldid=- (Version vom 22. Februar 2020, 20:11 Uhr UTC)
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Starke: Johann Georg St., sächsischer Oberst und Oberlandbaumeister, hatte an der baulichen Neugestaltung Dresdens unter dem Kurfürsten Johann Georg III. wesentlichen Antheil. Er gilt als der Erbauer des Palais im Großen Garten, das als eines der wichtigsten Denkmale für die Geschichte des Barockstiles in Deutschland anzusehen ist. Diese Annahme beruht auf einer Notiz P. J. Marperger’s, der damals (1679) in Dresden lebte und in seiner „Historie und Leben der berühmtesten Europaeischen Baumeister“ (Berlin 1711, 8°, S. 452) ausdrücklich erwähnt, daß St. „das Lust-Hauß im Großen Garten“ erbaut, Johann Friedrich Karger aber, den Andere für den Urheber des Palais halten, die Nebenbauten daselbst errichtet habe. Steche erklärt in seinem Aufsatz über das Palais in der Wissenschaftlichen Beilage der Leipziger Zeitung 1886 Nr. 103, daß St. den Bau unter Berathung mit dem Oberlandbaumeister Wolf Kaspar v. Klengel gemeinsam mit Karger ausgeführt habe (1679–1680), und berichtet dann weiter, daß St. seit dem Jahre 1663 auf Kosten des Kurfürsten Italien und die Niederlande bereist und namentlich Venedig besucht habe, um die dortigen Bauten zu studiren. Die sonstigen Nachrichten, die wir über St. besitzen, sind sehr dürftig. Wiederum gemeinsam mit Karger, der ein gelernter Gärtner war, legte er den Rischischen und Zinzendorfischen Garten in Dresden an. Als Kurfürst Johann Georg IV. die große Treppe im Residenzschlosse zu Dresden, die den Namen „Englische Treppe“ erhielt, erbauen ließ, hatte St. gemeinsam mit dem Oberlandbaumeister Beyer die Leitung der Arbeiten. Außerhalb Dresdens hatte St. die von Johann Georg III. angeordnete Aufnahme eines Grundrisses von Schneeberg auszuführen, die vermuthlich dazu dienen sollte, die Stadt neu und regelmäßiger aufzubauen. Da jedoch der Kurfürst starb, zerschlug sich das Project. Auch sind die Pläne Starke’s noch nicht wieder aufgefunden worden. Sonst hören wir von St., daß er „ein wilder Kopf“ gewesen sei und sich im J. 1673 mit dem Oberst Hans Heinrich Kuffen duellirt habe. Wann er gestorben ist, steht ebensowenig fest wie Tag und Jahr seiner Geburt. Die Angaben schwanken zwischen 1692, 1693 und 1695.

Vgl. [Hasche], Magazin der Sächs. Geschichte I, Dresden 1784, S. 147; II, ebendas. 1785, S. 654. – Füeßli, Allgemeines Künstlerlexikon II, 8, Zürich 1814, S. 1714. – Archiv für die Sächs. Geschichte X, Leipzig 1872, S. 100. – Cornelius Gurlitt, Geschichte des Barockstiles und des Rococo in Deutschland, Stuttgart 1889, S. 78. – R. Steche, Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen, 8. Heft, Dresden 1887, S. 29.