ADB:Stockade, Nicolas de Helt

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Artikel „Stockade, Nicolas de Helt“ von Joseph Eduard Wessely in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 36 (1893), S. 281, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Stockade,_Nicolas_de_Helt&oldid=- (Version vom 26. April 2019, 04:17 Uhr UTC)
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Stockade: Nicolas de Helt-Stockade, Maler und Radirer, geboren in Nymwegen 1614 (nach Houbraken 1613). Er war ein Schüler des älteren Daniel Ryckaert, dessen Tochter er ehelichte. In der Kunst beschäftigte er sich vor der Hand mit Landschaftsmalerei; da er aber nicht lange in seinem Vaterlande blieb, sondern zeitig nach Venedig und Rom übersiedelte, so ging er bald zur Historienmalerei über. Seine Werke kamen selten in sein Vaterland; wenn solche aber zufällig dahin übertragen wurden, da lernte man bald die künstlerische Höhe des Malers zu beurtheilen. Eine weitere Erhöhung seines Kunstcharakters erwarb St., als er Italien verließ und über Paris zurückkehren wollte. Hier hielt ihn Sandrart zurück und bewog ihn, in Vereinigung mit ihm verschiedene Bilder für König Ludwig XIII. in Arbeit zu nehmen. Seine Thätigkeit wurde vom König sehr geachtet und auch durch verschiedene andere Kunstfreunde, wie die Königin Christine von Schweden, Karl von England, den Prinzen von Oranien wurde ihm Achtung entgegengebracht und Arbeiten bestellt. Endlich verließ St. Paris und siedelte sich in Amsterdam an. Ob er hier blieb und auch starb, ist unbekannt; er lebte da noch 1662, sein Tod wird in das Jahr 1668 oder 1669 (Immerzeel) gesetzt. Nach Houbraken’s Ansicht, die allgemein getheilt wird, waren seine Figuren sicher gezeichnet, zart, üppig und gefällig gemalt. Seine Werke kommen selten vor. Aus seiner früheren Zeit werden zwei kleine Bilder, mit Darstellungen von Schlachten genannt; in Prag fand man zwei männliche Bildnisse. Besonders hoch lobend erwähnt Houbraken sein Bild mit Andromeda, die mit der Farbe des Todes auf den Lippen, wehklagend ihren Blick zu dem Seeungeheuer herabsenkt. Geschätzt wird auch das Bild Joseph’s, dem sein Vater Jakob wegen seiner Träume Vorwürfe macht. – Der Künstler hat auch einige Radirungen herausgegeben, die geschätzt werden, aber selten zu finden sind. Wir erwähnen „Susanna im Bade“, „Amor und Cephalus“, einige Bildnisse, wie von Lesdiguières, van Opstal, Herzog von Geldern und sein eigenes Porträt. Letzteres wurde auch von P. de Jode gestochen.

S. Houbraken. – Immerzeel. – J. Ph. van der Kellen.