ADB:Thebes, Adam

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Artikel „Thebes, Adam“ von l. u. in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 37 (1894), S. 664, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Thebes,_Adam&oldid=- (Version vom 22. Juli 2019, 06:12 Uhr UTC)
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Thebes: Adam Th. (oder Thebesius) wurde am 6. December 1596 zu Seiffersdorf bei Liegnitz geboren, wo sein Vater, Peter Th., Pastor war. Auch sein Großvater Adam Th. und sein Urgroßvater Johann Th. waren Geistliche. Er besuchte die Stadtschule in Liegnitz und das Gymnasium Magdalenum in Breslau und bezog Ostern 1616 die Universität Wittenberg, um Theologie zu studiren. Hier ward er schon im J. 1617 Magister. Da sein kranker Vater seiner Hülfe im Predigen bedurfte, verließ er im J. 1619 die Universität, wurde aber schon in demselben Jahre nach Mondschütz im Fürstenthum Wohlau als Pastor berufen, von wo er im Januar 1627 als Pastor nach Wohlau kam. Im J. 1621 hatte er geheirathet. Pest und Kriegsnoth suchten ihn in Wohlau mannichfach heim; er verlor mehrere Kinder und Anfangs des Februar im J. 1629 auch seine Frau. Im Mai 1639 wurde er als Pastor an die Oberstadtpfarrkirche in Liegnitz berufen; hier wurde er 1642 auch Assessor des fürstlichen Consistoriums und starb nach vielen Krankheitsfällen am 12. December 1652 am Schlagfluß. Er verwandte auf seine Predigten einen besonderen Fleiß; besonders war er bemüht, logisch, der Gemeinde verständlich und unter Anwendung ausschließlich deutscher Ausdrücke zu predigen, was manche andere Prediger ihm nachthaten und die „Thebesianische Methode“ (methodus Thebesiana) nannten. Wegen seiner dichterischen Begabung wurde er im J. 1638 zum poeta laureatus ernannt. Unter seinen geistlichen Liedern ist das bekannteste, das namentlich noch in Schlesischen Gesangbüchern sich findet, das Passionslied: „Du großer Schmerzenmann vom Vater so geschlagen“.

Kluge, Hymnopoeographia Silesiaca, Decas II, Breslau 1752, S. 177 bis 192. – Koch, Geschichte des Kirchenlieds u. s. f., 3. Aufl. 3. Band S. 64 ff. – Mützell, Geistliche Lieder aus dem 17. Jahrh., 1. Bd., S. 368 f. – Fischer, Kirchenliederlexikon, 1. Hälfte, S. 140 a.