ADB:Troger, Paul

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Artikel „Troger, Paul“ von Hermann Arthur Lier in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 38 (1894), S. 633–634, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Troger,_Paul&oldid=- (Version vom 17. Juli 2019, 09:30 Uhr UTC)
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Troger: Paul T., Maler, wurde am 30. December 1698 zu Zell bei Welsberg im Pusterthal als Sohn des Schneiders und Meßners Andreas T. geboren. Er zeichnete schon als Knabe aus angebornem Trieb und ohne jede Anleitung mit solchem Geschick, daß durchreisende Fremde, vermuthlich die gräfliche Familie Firmian, auf ihn aufmerksam wurden und ihn sammt seinem älteren Bruder Joseph zur weiteren Ausbildung in der Kunst mit sich nahmen. T. wurde auf Verwendung des Grafen Lactanz v. Firmian, eines eifrigen Kunstmäcens, zuerst Schüler des Malers Gius (Joseph) Alberti in Fleims (1664–1730) und kam dann, von dem Grafen Firmian unterstützt, nach Bologna, Venedig und schließlich (c. 1728) nach Wien, wo er schon als fertiger Künstler auftrat und sich bald einer großen Beliebtheit und zahlreicher Bestellungen erfreute. Zum Kammermaler ernannt, war er nach dem Tode van Schuppen’s in den Jahren 1754–1757 Rector der Wiener Akademie. Er starb am 20. Juli 1762 in Wien. Obwohl T. seinen ständigen Wohnsitz in Wien hatte, war er doch viel unterwegs, um den massenhaften Aufträgen, die aus seinem Heimathlande an ihn gelangten, genügen zu können. Er malte in Oel und [634] al fresco Altarblätter in der Art der damaligen Italiener, portraitirte auch und radirte nebenbei kirchliche und weltliche Darstellungen, Bildnisse und Landschaften. Seine Hauptwerke haben wir in Trient, Brixen, wo er die Fresken im Dome für 10 000 fl. fertigte, in Innsbruck, Mölk, Maria-Taferl und Göttweih zu suchen. In Wien findet man Gemälde von seiner Hand in St. Ulrich, in St. Lorenz am Schottenfeld und in der Mariahilferkirche. Alle diese Bilder zeichnen sich durch eine bedeutende Technik und vorzügliches Colorit aus und erinnern an die Art der Caracci und Guercinos. T. hat zahlreiche Schüler gebildet, unter denen Martin Knoller der bedeutendste war. In der kaiserlichen Galerie in Wien wird „ein Christus auf dem Oelberg“ von Troger’s Hand aufbewahrt. Die Sammlung der Wiener Akademie besitzt eine „Heilige Magdalena“ und das Ferdinandeum zu Innsbruck eine „Einbalsamirung des Leichnams Christi“.

Vgl. Wurzbach XLVII, 227–232, der das Todesjahr Troger’s fälschlich mit 1777 angibt. – Carl v. Lützow, Geschichte der k. k. Akademie der bildenden Künste. Wien 1877. S. 30, 31, 33. – Derselbe, k. k. Akademie der bildenden Künste. Wien 1889. S. 284, – Die historische Ausstellung der k. k. Akademie der bildenden Künste in Wien 1877. Wien 1877. S. 154–157. – Eduard v. Engerth, Kunsthistor. Sammlungen des allerhöchsten Kaiserhauses. Gemälde. Beschreibendes Verzeichniß. Wien 1886. III, 246, 247.