ADB:Tunner, Joseph Ernst

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Artikel „Tunner, Joseph Ernst“ von Hermann Arthur Lier in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 39 (1895), S. 1, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Tunner,_Joseph_Ernst&oldid=- (Version vom 18. August 2019, 09:43 Uhr UTC)
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Tunner: Joseph Ernst T., Maler, wurde am 24. September 1792 zu Obergaden bei Köflach in Steiermark geboren und auf dem Gymnasium in Graz und an der dortigen Zeichenakademie für seinen künftigen Beruf vorgebildet. Während er hierauf die Akademie der bildenden Künste in Wien besuchte, knüpfte er mit Führich, Kupelwieser und W. A. Rieder nähere freundschaftliche Beziehungen an. Er mußte sich, da er mittellos war, seinen Unterhalt durch das Malen von Bildnissen verdienen. Ueberall als Porträtmaler auftretend, schlug er sich allmählich von Wien bis Rom durch, wo er sich zwanzig Jahre lang ununterborchen aufhielt. Er gehörte hier zu dem Kreis deutscher Maler, die in Overbeck und Cornelius ihren Mittelpunkt fanden und erhielt zahlreiche Aufträge für Kirchenbilder, da er von Gregor XVI. in den Künstlerverein dei Virtuosi im Pantheon aufgenommen worden war, wobei er das Gelübde ablegen mußte, seine Kunst nur der Kirche weihen zu wollen. Unter anderem malte T. im J. 1838 ein großes Altarbild für die Antoniuskirche in Triest, das den „Erlöser am Kreuz“ darstellte. Dieses Bild machte in Oesterreich Aufsehen und wurde mittelbar der Anlaß, daß man T. die gerade erledigte Stelle eines Directors der Bildergalerie und Zeichenakademie in Graz anbot. T. nahm den Posten nach längeren Verhandlungen an und siedelte im J. 1840 nach Graz über. Unter seiner Leitung wurde die Grazer Zeichenschule in eine mustergültig eingerichtete Akademie der Künste umgewandelt und der Bestand und die Ausstellung der Galerie wesentlich verbessert. Dabei fand er Zeit genug, eine ungewöhnliche Fruchtbarkeit als Kirchenmaler zu entwickeln. Allein in Grazer Kirchen und Capellen kann man siebzehn Bilder von seiner Hand kennen lernen, aber auch in zahlreichen anderen Städten und Dörfern Steiermarks und der übrigen österreichischen Alpenländer trifft man häufig auf Gemälde Tunner’s. Nebenher entstanden Historenbilder und Bildnisse, von denen einige durch den Kupferstich verbreitet wurden. T. nahm es sehr ernst mit seiner Kunst, führte alle seine Arbeiten mit peinlicher Genauigkeit aus und scheint, obwohl sein Name niemals in weiteren Kreisen berühmt geworden ist, nicht ohne Begabung gewesen zu sein, da er von Steinle wenigstens in einem Falle mit überschwenglichem Lobe ausgezeichnet wurde. T. starb zu Graz am 10. October 1877 und wurde auf dem dortigen St. Peterskirchhofe begraben.

Wurzbach XLVIII, 115–124. – Marg. Howitt, Friedrich Overbeck. Freiburg i. Br. 1886, I, 513. II, 52, 106. – Julius Schnorr v. Carolsfeld, Briefe aus Italien. Gotha 1886. S. 469.