ADB:Ulft, Jacob van der

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Artikel „Ulft, Jacob van der“ von Hermann Arthur Lier in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 39 (1895), S. 186, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Ulft,_Jacob_van_der&oldid=- (Version vom 23. Oktober 2019, 18:28 Uhr UTC)
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Ulft: Jacob van der U., Maler, wurde i. J. 1627 zu Gorcum geboren. Für den Staatsdienst vorbereitet, lebte er als hoch geehrter Bürgermeister seiner Vaterstadt in glänzenden Verhältnissen, fand aber nebenbei Zeit in seinen Mußestunden seinen Liebhabereien nachzugehen. Er beschäftigte sich mit chemischen Studien, wobei er es hauptsächlich auf die Gewinnung von Farben für die Glasmalerei abgesehen hatte. Als Maler stand er unter dem Einfluß der italienischen Kunst, die er aus eigener Anschauung kennen gelernt hatte. Er war nämlich jedenfalls selbst in Rom und Italien, obgleich Houbraken dies leugnet. Zahlreiche Zeichnungen des Künstlers, die neben dem Datum auch den Namen des italienischen Ortes enthalten, weisen auf seine persönliche Anwesenheit hin. Die Lieblingsgegenstände Ulft’s bilden reich belebte und mit antiken Ruinen versehene italienische Hafenansichten, Marktplätze und Landschaften, die er in einer an Jan Both erinnernden Art mit lichten und klaren Farben, wenn auch etwas glatt und geleckt darzustellen und reichlich mit Menschen und Thieren auszustaffiren pflegte. Außer in dem Rathhaus zu Amsterdam, wo eine i. J. 1663 gemalte Ansicht des Amsterdamer Domplatzes von seiner Hand aufbewahrt wird, ist U. im Amsterdamer Reichsmuseum, in den Gallerien zu Rotterdam, im Haag, zu Oldenburg, Pest, Dresden, im Louvre zu Paris und Eremitage zu St. Petersburg vertreten. U. hat sich auch als Radirer versucht, doch gehören seine beiden Blätter, eine Ansicht des Rathhauses in Amsterdam und eine Ansicht des Rathhauses in Gorcum, zu den größten Seltenheiten. Sein Todesjahr ist nicht sicher anzugeben. Man nimmt an, daß er bald nach dem Jahre 1688 gestorben ist.

Vgl. A. Houbraken, De groote schoubourgh etc. II, 196–198. In’s Gravenhage 1753. – Nagler, Neues allgem. Künstler-Lexikon XIX, 218–220. München 1849. – A. Woltmann und K. Woermann, Geschichte der Malerei III, 2, S. 857. Leipzig 1888.