ADB:Volz, Johann Christian

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Volz, Johann Christian“ von Friedrich Wintterlin in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 40 (1896), S. 283, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Volz,_Johann_Christian&oldid=- (Version vom 19. August 2019, 04:07 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Nächster>>>
Volz, Paul
Band 40 (1896), S. 283 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand August 2015, suchen)
GND-Nummer 117491691
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|40|283|283|Volz, Johann Christian|Friedrich Wintterlin|ADB:Volz, Johann Christian}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=117491691}}    

Volz: Johann Christian V., württemb. Schulmann und Historiker, wurde geboren am 4. Juni 1721 zu Dettingen bei Kirchheim u. T. am Fuße der schwäbischen Alb. Er erhielt seine Ausbildung in den niederen Seminarien zu Blaubeuren und Bebenhausen und im Stift zu Tübingen. Nachdem er einige Zeit in Stuttgart erst Hauslehrer, dann Pfarrvicar gewesen, wurde er zum Professor der angewandten Mathematik und der Dichtkunst am Stuttgarter Gymnasium ernannt. Daß er sich als Mathematiker eines nicht unbedeutenden Ansehens erfreut haben muß, scheint aus einer – übrigens abgelehnten – Berufung als Professor der Experimentalphysik an die Akademie der Wissenschaften nach St. Petersburg hervorzugehen. Inzwischen hatte V. sein Interesse neben den Naturwissenschaften auch der Geschichtsforschung und der Numismatik zugewandt. Ein Programm, „De aureo rarissimoque numismate Julii Caesaris“ (Stuttg. 1755), mehrere Beschreibungen von Münzfunden in Haug’s Schwäbischem Magazin geben von diesen numismatischen Studien Kunde. Ihre Anerkennung fanden dieselben im J. 1755 durch die Bestellung ihres Verfassers; zum Custos des herzoglichen Münzcabinets. Als Schriftsteller auf dem Gebiete der Geschichte erscheint V., von einer Anzahl kleinerer Abhandlungen abgesehen, besonders als Herausgeber der vier letzten Ausgaben von Joh. Georg Essich’s[WS 1] kurzer Einleitung zu der allgemeinen und besonderen weltlichen Historie. Mehr als die litterarische Thätigkeit lag dem gelehrten Manne aber das Studium der Quellen, das „gelehrte kritische Sammeln“ am Herzen, und darauf pflegte er vor allem jüngere Freunde hinzuweisen. Die Achtung, die V. als Historiker in seiner Heimat genoß, und die durch ihn empfangenen Anregungen erweckten namentlich unter seinen Schülern im Gymnasium das Interesse für Geschichtsforschung. So verdankte ihm der berühmte L. T. Spittler die erste Anleitung zu historischen Studien. Im J. 1774 wurde V. Rector des Gymnasiums in Stuttgart und Pädagogiarch der lateinischen Schulen eines Theiles des Herzogthums. Auch Beisitzer der herzogl. württemb. Commerziendeputation war der vielseitige Mann seit demselben Jahre. Nachdem er noch kurz vorher zum Prälaten von Bebenhausen ernannt worden war, starb er am 27. Mai 1783 zu Stuttgart.

J. G. Meusel, Lexikon der vom Jahre 1750 bis 1800 verstorbenen teutschen Schriftsteller, XIV, 296. Ueber die Beziehung zu Spittler vgl. D. Fr. Strauß, Gesammelte Schriften II, 86.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Johann Georg Essig [Essich] (1645–1705), deutscher Historiker.