ADB:Vos, Paulus de

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Artikel „Vos, Paulus de“ von Hermann Arthur Lier in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 40 (1896), S. 323–324, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Vos,_Paulus_de&oldid=2508646 (Version vom 16. Dezember 2018, 01:52 Uhr UTC)
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Vos: Paulus de V., Thiermaler, der Bruder des Bildnißmalers Cornelis de V., wurde um 1590 zu Hulst geboren. Wie sein Bruder war er eine Zeit lang Schüler von David Remeeus. Dann trat er als Gehülfe in die Werkstatt von Rubens, wo er Frans Snyders zum Lehrer seines speciellen Faches, aber auch zum Freund und Schwager gewann. Als selbständiger Meister der Lucasgilde erscheint er erst im J. 1620. Er malte Landschaften und Fruchtstücke, hauptsächlich aber Thierbilder, und zwar in ganz ähnlicher Weise wie Frans Snyders, weshalb seine Bilder diesem vielfach zugeschrieben werden, zumal sie in den deutschen und niederländischen Sammlungen nur selten zu treffen sind. In der Madrider Galerie finden sich dagegen fünfzehn meist bezeichnete Bilder von seiner Hand und in der Eremitage zu St. Petersburg fünf mit dem Namenszug des Künstlers versehene. Im Museum zu Brüssel, wird eine bezeichnete Hirschjagd, die zu den Hauptwerken des Künstlers zählt, aufbewahrt. Das sogenannte „Erden-Paradies“ in der Dresdner Galerie, früher Snyders zugeschrieben, wird gegenwärtig für V. in Anspruch genommen. Dasselbe ist der Fall bei den „Hirschjagden“ in Stockholm und im Mauritshuis zu Gravenhagen, sowie bei dem Bilde der Kasseler Galerie, das einen überraschten Fuchs darstellt. Andere unbezeichnete Thierbilder von seiner Hand sind in den Galerien zu München, Schleisheim und Augsburg zu suchen. Im übrigen dürfte noch genauer zu prüfen sein, wie weit die in den europäischen Galerien auf den Namen Snyders getauften Bilder von diesem oder von V. herrühren. V. starb am 30. Juni 1678. Sein von van Dyck gemaltes Bildniß ist im Besitz König Leopold’s II. von Belgien.

[324] Vgl. M. Rooses, Geschichte der Malerschule Antwerpens. Uebersetzt von F. Reber. München 1881 (Register). – van den Branden, Geschiedenis der Antwerpsche schilderschool. Antwerpen 1883. S. 679–683. – A. Woltmann und K. Woermann, Geschichte der Malerei. Leipzig 1888, III, 466. – G. F. Waagen, Die Gemäldesammlung in der Kaiserl. Eremitage zu St. Petersburg. München 1864. S. 269. 270. – G. Göthe, Nationalmusei tafvelsamling. Stockholm 1887. I, 288. – O. Eisenmann, Katalog der Kgl. Gemälde-Galerie zu Cassel. Cassel 1888. S. 73. – P. de Madrazo, Catalogo de los cuardos del museo del Prado de Madrid. 6. edicion. Madrid 1889. S. 311–313. – Ed. Fétis, Musées royaux de peinture et de sculpture de Belgique. Catalogue des tableaux anciens. 6. édition. Bruxelles 1889. S. 538. 539. – A. Bredius, Beknopte catalogus der schilderijen in het koninklijk kabinet van schilderijen (Mauritshuis) te ’s-Gravenhage. ’s Gravenhage 1891. S. 64.