ADB:Waterlo, Anthonie

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Artikel „Waterlo, Anthonie“ von Hermann Arthur Lier in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 41 (1896), S. 237–238, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Waterlo,_Anthonie&oldid=- (Version vom 25. Juni 2019, 11:33 Uhr UTC)
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Waterlo: Anthonie W., Maler und Radirer, wurde als Sohn Caspar Waterlo’s und seiner Gattin Magdalena Vaillant zu flämische-Ryssel (-Lille) im J. 1609 oder 1610 geboren. Als er dreißig Jahre alt war, verlobte er sich am 7. April 1640 in Amsterdam, um bald darauf am 13. Mai 1640 zu Zevenbergen sich zu verheirathen. In den Jahren von 1639 an lebte er in Amsterdam oder in der Nähe von Utrecht auf einem Landsitz zwischen Maarsen und Breukelen, der seinem Freunde Jan Weenix gehörte. Am 18. Januar 1653 erwarb er sich das Bürgerrecht in Leeuwarden und zog sich bald darauf nach dieser Stadt zurück. Am 28. Juni 1661 verkaufte er für seine Mutter ein ihr gehöriges Grundstück in Amsterdam an Cornelius Lichtermann. Zum letzten Male wird er im J. 1676 als lebend erwähnt. Die Motive für seine Landschaften entnahm er der Gegend von Amsterdam und von Utrecht, doch muß er noch weiter im Lande herumgekommen sein, da sich auch bergige Landschaften in seinem radirten Werk finden. Seine Bilder gehören zu den größten Seltenheiten. Unter anderen besitzt das Rijks-Museum zu Amsterdam eine unbezeichnete Buschlandschaft von seiner Hand. Bezeichnet sind je eine ähnlich gehaltene Landschaft in der älteren Pinakothek zu München und in der herzoglichen Galerie zu Gotha, während die Landschaft mit dem Bergsee in der Dresdner Galerie, die früher als ein Waterlo angesehen wurde, gegenwärtig auf den Namen des H. Naiwinx getauft ist. Weit häufiger kommen Zeichnungen von ihm vor. Er schildert in ihnen am liebsten Buschwerk, das er meisterhaft wiederzugeben verstand. Namentlich behandelte er das Laub mit wahrer Meisterschaft. Ein kleiner Waldwinkel, ein durch grüne Wiesen dahin fließender Bach, ein Felsen, ein einsames an einem Canal gelegenes Dorf, eine Einsiedelei, das waren die Gegenstände, die er vorzüglich darzustellen wußte. Dagegen kam er mit den Figuren nicht recht zu Fache und mußte sich die Staffage von anderen Künstlern in seine Bilder malen lassen, wobei sich ihm namentlich Jan Weenix gefällig erwies. Auch die Figuren in seinen Stichen lassen seine Schwäche in diesem Punkte deutlich erkennen. Sein Werk besteht aus 136 Blatt, die unter dem Titel: „Het geheele Werk van den vermaarden Landschapschilder Anthonie Waterloo: bestande in hondert en ses-en-dertig verscheyde landschappen etc.“ erschienen. Dazu kommen noch drei Blatt, die ihm zugeschrieben werden, aber nicht bezeichnet sind. Vereinzelt sind die Radirungen Waterlo’s nicht besonders selten, doch dürfte es keine Sammlung geben, die sie in den ersten Abdrücken vollständig besitzt.

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