ADB:Weber, Vincenz

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Artikel „Weber, Vincenz“ von Franz Brümmer in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 41 (1896), S. 357–358, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Weber,_Vincenz&oldid=- (Version vom 23. September 2019, 09:59 Uhr UTC)
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Weber: Vincenz W., dramatischer Dichter, wurde am 11. Januar 1809 zu Trautenau in Böhmen geboren und erhielt seine Gymnasialbildung in Königgrätz, wo er unter der Obhut eines Oheims stand, der damals eine Professur der Theologie am dortigen bischöflichen Seminar bekleidete. Die poetischen Schwingen des Schülers, die sich schon damals zum Fluge rüsteten, wurden ihm zwar durch seine Angehörigen arg beschnitten und er mit allem Ernst auf sein Studium verwiesen, allein in Brünn, wo W. Philosophie hörte, und in Wien und Prag, wo er Medicin studirte, kam die Liebe zur Poesie mit erhöhter Kraft zum Durchbruch und äußerte sich in zahlreichen Gedichten und zwei großen Romanen, die W. aber sämmtlich wenige Monate vor seinem Tode den Flammen übergab. Nachdem er sich die Würde eines Doctor der Medicin erworben und 1839 eine Reise nach Italien unternommen hatte, ließ er sich auf Wunsch seiner Eltern in seiner Vaterstadt als praktischer Arzt nieder, verlegte aber bald darauf, nach dem Tode seines Vaters, seinen Wirkungskreis nach Zwittau in Mähren. [358] Hier dichtete er, ohne alle äußere Anregung, nur dem eigenen Schaffensdrange folgend, sein Drama „Spartakus“, das im April 1845 am Burgtheater in Wien zur Aufführung gelangte und mit großem Beifall aufgenommen ward. Einen gleichen Triumph feierte W. mit seinem zweiten Trauerspiel „Die Wahabitin“. Dann aber kamen die Mißerfolge: seinen Dramen „Athenais“ und „Der letzte Ritter“ wurde zwar ein hoher poetischer Werth zuerkannt, doch wurden sie als zu wenig bühnenwirksam von der Hofburgtheaterdirection zurückgestellt. Inzwischen war W. 1847 von Zwittau nach Mährisch-Trübau übergesiedelt, wo er auch das Amt eines Stadtphysikus und später das eines Bezirks- und Gerichtsarztes versah. Hier schrieb er noch das dramatische Gedicht „Paracelsus“, das zwar als Bühnenmanuscript gedruckt ward, aber nie zur Aufführung kam. Die letzten fünf Jahre seines Lebens vergingen ihm unter schweren körperlichen Leiden, und am 5. August 1859 starb er, seine Angehörigen unversorgt zurücklassend.

Wurzbach, Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich LIII (1886), S. 217.