ADB:Wezilo

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Artikel „Wezilo“ von Karl Georg Bockenheimer in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 42 (1897), S. 293, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Wezilo&oldid=- (Version vom 15. Oktober 2019, 09:20 Uhr UTC)
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Wezilo, Erzbischof von Mainz in der Zeit von 1084 bis 1088, vorher Priester in Halberstadt, verdankte seine Erhebung auf den Stuhl des h. Bonifacius dem Wohlwollen des Königs Heinrich IV., dem er im Kampfe gegen Papst Gregor VII. als treuer und thätiger Anhänger zur Seite stand. An der Spitze der kaiserlichen Partei erschien W. bald nach seiner Ernennung bei den Unterhandlungen mit dem päpstlichen Legaten Otto von Ostia und den Anhängern Gregor’s unter den deutschen Bischöfen in Gerstungen und Berka (20. Januar 1085) und vertrat hierbei gegenüber der Ansicht des Legaten, man dürfe mit dem gebannten Heinrich keine Gemeinschaft haben, mit allem Nachdrucke die Behauptung, daß Heinrich IV. sich nicht im Banne befände, weil, entgegen kirchlicher Satzung, der Bann über Jemanden verhängt worden sei, der seines Besitzes und seiner Gewalt entkleidet dastehe. Bei so widerstreitenden Ansichten scheiterte der angebahnte Ausgleich. Der Eifer, mit welchem fortan W. zu Heinrich hielt, trug W. die Verhängung des Kirchenbannes durch die Quedlinburger Synode (April 1085) ein, worauf eine, durch Heinrich, W. und die Gesandten des Gegenpapstes Clemens III. nach Mainz berufene Synode (Mai 1085) die Absetzung des aus Rom bereits geflüchteten und dem Ende sich hinneigenden Papstes Gregor († am 25. Mai 1085) und die Erhebung von Clemens III. auf den päpstlichen Stuhl aussprach. Auch in den deutschen Angelegenheiten stand W. fest zu Heinrich IV. Als der Versuch, den Frieden in Deutschland herzustellen, mißlang, fand Heinrich in Herzog Wratislaus von Böhmen einen werthvollen Bundesgenossen. Um diesen fester an sich zu knüpfen, verlieh er ihm die Königswürde. Diesen Schritt zu rechtfertigen und den neuen König dem Wohlwollen des Gegenpapstes zu empfehlen, ward dem Erzb. W. aufgetragen, der sich sofort dieser Aufgabe unterzog. Die Vermittlung Wezilo’s hatte den gewünschten Erfolg. Gleich glücklich war W. in dem Bestreben, den König Wratislaus in der Anhänglichkeit an Heinrich IV. zu bestärken. Nur kurze Zeit erfreute sich Heinrich der Dienste des, auch nach den Zeugnissen seiner Gegner, durch Befähigung und Wissen hervorragenden Kirchenfürsten. W. verstarb am 6. August 1088.