ADB:Willaerts, Adam

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Artikel „Willaerts, Adam“ von Hermann Arthur Lier in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 43 (1898), S. 247–248, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Willaerts,_Adam&oldid=- (Version vom 18. November 2019, 21:03 Uhr UTC)
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Willaerts: Adam W., Seemaler, wurde in Antwerpen im J. 1577 geboren und wanderte nach Holland aus, wo er sich in Utrecht niederließ. Als sich dort im J. 1611 die Maler von den Sattlern trennten und mit den Bildschnitzern eine eigene Gilde bildeten, gehörte er zu denjenigen Künstlern, die diese Scheidung hauptsächlich anstrebten. Er trat von Anfang an der neuerrichteten Gilde bei und bekleidete seit dem Jahre 1620 wiederholt das Amt eines Decanes derselben. Im J. 1628 machte er dem Hiobsspital, als dessen Vorstand er noch im J. 1660 erscheint, ein Gemälde zum Geschenk. Er starb hochbetagt zu Utrecht am 4. April 1664. – W. gehörte zu den Vermittlern der vlämischen und holländischen Schule. Seine Specialität bildet das Küstenbild [248] in der Art, wie man es in dem mit Jahreszahl 1620 bezeichneten Gemälde der Dresdner Galerie sieht: auf der einen Seite das bewegte Meer, auf der anderen die von einer mehr oder weniger reichen Staffage belebte felsige Küste. Da seine Gemälde dasselbe Monogramm wie diejenigen seines Sohnes Abraham tragen und ihnen auch sonst auffällig gleichen, wird man ihm unbedenklich nur die älteren Bilder, die seinen Namen tragen, zuschreiben dürfen, also z. B. die Seeschlacht bei Gibraltar im Amsterdamer Reichsmuseum (1617), die „Ziegenjagd an felsiger Meeresküste“ in der Galerie Weber zu Hamburg (1620), das Hafenbild im Madrider Museum (1627), die „Maasmündung“ in Rotterdam (1633) und den „Seesturm“ in der Galerie Liechtenstein zu Wien (1633 oder 1653?). Indessen ist bei seinem, bis vor kurzem früher angenommenen, späten Ende die Möglichkeit einer längeren Thätigkeit nicht ausgeschlossen, weshalb ihm eine Anzahl späterer Bilder, die man früher seinem Sohne Abraham zuschrieb, angehören können, z. B. die „Hafenansicht“ im Besitz des Herrn J. C. Gijsberti Hodenpijl van Hodenpijl zu Naarden (1649) und der „Schiffbruch“ bei Herrn L. J. van Toulon van der Koog in Utrecht (1656).

Vgl. Cornelis de Bie, Het gulden Cabinet. Antwerpen 1611, S. 111. – A. Houbraken a. a. O., S. 60. – S. Muller a. a. O. (Register.) – Bredius a. a. O., S. 191. – H. Riegel, Beiträge zur niederländ. Kunstgeschichte. Berlin 1882. II, 179–181. – A. Woltmann und K. Woermann, Geschichte d. Malerei. Leipzig 1838. III, 404, 405. – Catalogus der tentoonstelling van oude schilderkunst te Utrecht. 1894, S. 88.