ADB:Wiltheim, Alexander

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Wiltheim, Alexander“ von Friedrich Lauchert in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 43 (1898), S. 317–318, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Wiltheim,_Alexander&oldid=- (Version vom 20. Oktober 2019, 09:59 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Wilt, Marie
Nächster>>>
Wimmer, Bonifaz
Band 43 (1898), S. 317–318 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Alexander von Wiltheim in der Wikipedia
GND-Nummer 124262759
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|43|317|318|Wiltheim, Alexander|Friedrich Lauchert|ADB:Wiltheim, Alexander}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=124262759}}    

Wiltheim: Alexander W., Historiker und Archäolog, geboren in Luxemburg am 3. October 1604, † am 15. August 1684 (so nach de Backer; Neyen gibt als Todesjahr 1694 an). Er stammte aus einer angesehenen Luxemburger Familie. Im J. 1626 in den Jesuitenorden eingetreten, war er sodann während sechs Jahren als Lehrer der Rhetorik und während weiteren sechs Jahren als Studienpräfect thätig. Nach dieser Zeit wurde er auch im Kirchendienst verwendet. In späteren Jahren war er Rector der Studienanstalt der Jesuiten in Luxemburg. Die gelehrten Forschungen Wiltheim’s waren in erster Reihe der Geschichte, Kirchengeschichte und Alterthumskunde seines engeren Heimathlandes gewidmet. Seine gelehrten Werke auf diesem Gebiete sind noch bei neueren Historikern sehr geschätzt. Er folgte darin dem Beispiele seines älteren Bruders Johann Wilhelm W., von welchem ebenfalls mehrere Schriften zur luxemburgischen Geschichte handschriftlich erhalten sind (als Hauptwerk Disquisitiones antiquariae historiae Luxemburgensis), erlangte aber einen viel bedeutenderen Namen als dieser. Im Zusammenhang mit seinen antiquarischen Studien war W. auch einer der ersten, die sich um die wissenschaftliche Ausbildung der Paläographie und Diplomatik verdient machten; der berühmte Bollandist Papebroch wird darin als sein Schüler genannt. Die zahlreichen Schriften Wiltheim’s sind nur zum Theil gedruckt; andere sind handschriftlich in den Bibliotheken von Brüssel und Luxemburg vorhanden. Von seinen gedruckten Schriften sind außer mehreren kleineren Gelegenheitsschriften die folgenden zu nennen: „Gubernatores Luxemburgenses“ (Treviris 1653); „Acta S. Dagoberti, Francorum Regis et Martyris“ (Augustae Trevirorum 1653); „De phiala reliquiarum S. Agathae, Virginis et Martyris dissertatio“ (Aug. Trev. 1656); „Diptychon Leodiense ex consulari factum episcopale et in illud commentarius“ (Leodii 1659); dazu: „Appendix ad Diptychon Leodiense“ (Leodii 1660), und ein zweiter späterer Nachtrag: „Ad Diptycha Leodiensia antehac a se edita annotationes“ (Leodii 1677. Diese Publication ist mit den beiden Nachträgen wieder gedruckt bei Ant. Fr. Gori, Thesaurus veterum Diptychorum, T. I, p. 1–119, Florentiae 1759); „Catalogus Abbatum Coenobii Munsteriensis“ (Treviris 1664); „Vita Venerabilis Yolandae Priorissae ad Mariae Vallem in Ducatu Luciliburgensi“ (Antverpiae 1674. Nach Wiltheim’s Angabe frei bearbeitet nach einem in deutschen Versen verfaßten Leben der Yolanda von einem Dominicaner Hermann. Deutsche Uebersetzung von P. Stehres: „Leben der Gräfin Yolanda von Vianden“, Luxemburg 1841). Eines der Hauptwerke Wiltheim’s wurde erst im J. 1842 gedruckt: „Luciliburgensia sive Luxemburgum Romanum; hoc est Arduennae veteris situs, populi, loca prisca, ritus, sacra, lingua, viae consulares, castra, castella, villae publicae, iam inde a Caesarum temporibus Urbis adhaec Luxemburgensis incunabula et incrementum investigata atque a fabula vindicata“, ed Aug. Neyen (Luxemburgi 1842. Mit einer Karte von Luxemburg zur Römerzeit und Abbildungen von Alterthümern und Inschriften, die auf die Geschichte des Landes zur Römerzeit Bezug haben, zusammen 99 Tafeln). Unter den ungedruckt gebliebenen Schriften Wiltheim’s (- vollständig verzeichnet sind dieselben bei de Backer und bei Neyen –) sind zu nennen die „Annales Abbatiae S. Maximini prope Treviros“ (begonnen von Johann Wilhelm W., fortgeführt von Alexander W., Handschrift in Brüssel), und ein in der Bibliothek der Bollandisten in Brüssel vorhandener „Tractatus de Clavis Domini“ (vgl. über denselben F. X. Kraus, Beiträge zur Trierischen Archäologie und Geschichte, Bd. I, 1868, S. 105 f.).

Calmet, Histoire ecclésiastique et civile de Lorraine, T. I (1728), p. CVII s. – Hontheim, Historia Trevirensis, T. III (1750), p. 225, 1004, 1020. – Biographie universelle, T. 50 (1827), p. 609 s. – Michel [318] Müller, Chronique de l’ancien collége de Luxemburg; Programme de l’Athénée de Luxembourg 1837/38. – Feller, Biographie universelle T. VIII (éd. revue 1850), p. 409. – Aug. Neyen, Biographie Luxembourgeoise, T. II (éd. 2, 1876), p. 247–249. – De Backer, Bibliothèque des écrivains de la Compagnie de Jésus, VI. série (1861), p. 791–793. – Hurter, Nomenclator, T. II (ed. 2, 1893), p. 534 s.