ADB:Wobeser, Karl George Friedrich von

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Artikel „Wobeser, Karl George Friedrich von“ von Bernhard von Poten in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 43 (1898), S. 702–703, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Wobeser,_Karl_George_Friedrich_von&oldid=- (Version vom 17. September 2019, 07:28 Uhr UTC)
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Wobeser: Karl George Friedrich von W. (spr. Wobser), königlich preußischer Generallieutenant, 1749 in Pommern geboren, trat 1764 beim Dragonerregimente Nr. 4 in den Heeresdienst, ward 1778 Brigademajor der Cavallerie, 1779 General-Quartiermeisterlieutenant, am 21. Januar 1787 Major und im Januar 1797 Chef des Leib-Carabinierregiments Nr. 11 zu Rathenow. Die letztere Stellung vertauschte er 1803 mit der gleichen an der Spitze des im Münsterlande neuerrichteten Dragonerregiments Nr. 14, dessen Stabsgarnison Münster war, 1805 erhielt er bei der Revue den Orden pour le mérite. Im Kriege von 1806 befehligte er, inzwischen zum Generalmajor aufgestiegen, zuerst unter Rüchel eine kleinere aus allen Waffengattungen zusammengesetzte Truppenabtheilung, mit welcher er am Nachmittage des 14. October am Webicht zu geringfügiger Thätigkeit kam. Auf dem fortgesetzten Rückzuge ward er am 24. mit der Cavallerie und einer halben reitenden Batterie bei Arneburg an der Elbe zurückgelassen um den Weg für die Nachhut unter dem Herzoge von Weimar freizuhalten, ging, nachdem er diesen Auftrag erfüllt hatte, am 25. bei Sandau selbst über den Fluß nach Havelberg und kam auf diese Weise von der auf die Oder zu marschirenden Armee ab. Am 28. erhielt er in Mirow Nachricht von der bei Prenzlau durch den Fürsten Hohenlohe abgeschlossenen Capitulation, schlug nun die Richtung um das Nordende des Schweriner Ses ein, stieß am 4. bei Gadebusch zu Blücher und theilte dessen Schicksal (Der Krieg von 1806 von O. v. Lettow-Vorbeck, II. Bd., Berlin 1892). – Im J. 1809 als Generallieutenant verabschiedet, trat er bei Ausbruch der Befreiungskriege von neuem in den Dienst, befehligte während des Feldzuges von 1813/14 die Westpreußische Landwehrdivision und bemühte sich, wie die Kriegsgeschichtliche Abtheilung des Großen Generalstabes in den Beiheften zum Militär-Wochenblatte für 1859 auf S. 172 sagt, eine ihm übertragene nicht leichte Aufgabe als entschlossener Cavallerieofficier zu lösen. An der Spitze seiner sehr mangelhaft ausgerüsteten und ausgebildeten Abtheilung (6936 Mann Infanterie, 564 Mann Cavallerie, 8 Geschütze), welche zu den Truppen des Generals Graf Tauentzien gehörte, wurde er von der Mitwirkung bei der Schlacht von Großbeeren durch einen Befehl des Kronprinzen von Schweden ferngehalten, welcher ihn auf das rechte Oderufer zurückbeorderte. Am 25. August kam er bei Baruth zum ersten Male mit dem Feinde in Berührung. Während die Schlacht bei Dennewitz geschlagen wurde, stand er in Luckau; am folgenden Tage, dem 7. September, zur Verfolgung des geschlagenen Feindes aufgebrochen, lieferte er diesem ein Gefecht bei Dahme, in welchem zahlreiche Gefangene gemacht wurden; dann ward seine Division bei der Belagerung von Torgau verwendet, wo sie zunächst allein zurückblieb als am 30. September Tauentzien mit seiner Hauptmacht durch den Kronprinzen von dort abberufen ward; am 12. Januar 1814 rückte er in die nach tapferem Widerstande den Belagerern übergebene Stadt ein. Am 28. Mai [703] 1814 verabschiedete er sich von seiner Landwehrdivision, um das ihm übertragene Commando des Reservecorps der 3. Armeeabtheilung anzutreten. Den Feldzug von 1815 hat W. nicht mitgemacht. Am 3. October d. J. mit einer Pension von 1500 Thalern in den Ruhestand getreten, starb er am 23. April 1821.

Acten des Geheimen Kriegsarchivs zu Berlin. – B. von Quistorp, Geschichte der Nordarmee im Jahre 1813. Berlin 1894.