ADB:Wolther, Johann

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Artikel „Wolther, Johann“ von Johannes Bolte in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 44 (1898), S. 184–185, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Wolther,_Johann&oldid=- (Version vom 14. Dezember 2019, 18:28 Uhr UTC)
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Wolther: Johann W. (Walther), protestantischer Schuldramatiker zu Ende des 16. Jahrhunderts. 1562 zu Salzwedel geboren, studirte er vermuthlich in Wittenberg, ward dann Conrector zu Stralsund und erhielt im April 1597 das gleiche Amt an der Lateinschule seiner Vaterstadt. Ein Jahr später wurde er zum Rector ebendaselbst bestellt, ging aber schon 1602 nach Danzig, wo er als Diakonus an der Johanniskirche wirkte und am 23. November 1620 an der Pest starb. Während seines Aufenthaltes in Danzig verfaßte er eine Reihe theologischer Schriften, die man bei Danneil verzeichnet findet. In Salzwedel hatte er für seine Schüler eine Schulkomödie geschrieben, die am 14. Mai 1600 aufgeführt wurde und auch im Druck erschien: „Speculum Josephi, das ist Ein Geistliche, nützliche und Tröstliche Comoedia vnd Action von des Frommen vnd Heiligen Josephs Glück vnd vnglück“ (Magdeburg 1603, 14 Bogen 8°). Er nutzte darin zwei ältere [185] Josephdramen, die er auch in der Vorrede anführt, ziemlich wörtlich aus: die auf den Weißenburger Zyrl zurückgehende Historia des Heidelberger Steinmetzen Thomas Schmid (1579) und namentlich die aus Zyrl und Hunnius schöpfende Comödie des Dettinger Geistlichen Johann Schlayß (1593). Die 12 Acte des letzteren hat er durch Weglassung der Teufelsscenen und anderer burlesker Zuthaten, sowie durch Kürzung des Dialogs auf 6 zusammengestrichen; ihm eigen sind nur die Verklagung Joseph’s durch Potiphera und sein Verhör durch Potiphar (III, 6) und die Chorlieder der Grazien. Die Sechs- und Zehnsilbler der Vorlage formt er zu achtsilbigen Versen um. Eine neue, doch wenig Eigenes bietende Bearbeitung von Wolther’s Stück veröffentlichte 1612 der Magdeburger Rector Joseph Goezius.

Danneil, Gesch. d. Gymnasiums zu Salzwedel 3, 14 (Progr. Salzwedel 1830). – A. v. Weilen, Der ägyptische Joseph etc. 1887, S. 149 u. 158 (leider ohne Kenntniß des Wernigeröder Exemplars).