ADB:Zeissl, Hermann von

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Artikel „Zeissl, Hermann von“ von Julius Pagel in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 45 (1900), S. 7–8, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Zeissl,_Hermann_von&oldid=- (Version vom 18. Juni 2019, 15:12 Uhr UTC)
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Zeissl: Hermann von Z., Arzt und Syphilidolog in Wien, wurde am 22. September 1817 zu Vierzighuben bei Zwittau in Mähren geboren. 1839 begann er in Wien das Studium der Medicin, erlangte hier 1845 die medicinische, 1846 die chirurgische Doctorwürde, widmete sich dann zu seiner Fortbildung weiteren Studien am allgemeinen Krankenhause, wo er zuerst auf der Augenklinik unter Rosas, dann auf der chirurgischen Abtheilung von Mojsisovics, endlich als Secundararzt auf der dermatologischen Abtheilung unter Hebra wirkte. Nach eingehender Beschäftigung mit der Syphilidologie habilitirte er sich für dieses Fach 1850 als Privatdocent, wurde 1861 außerordentlicher Professor und 1869 Primararzt an der kurz vorher für Syphilis im Allgemeinen Krankenhause errichteten zweiten Station. In dieser Stellung blieb er bis 1883, wo ihn eine unheilbare Krankheit zurückzutreten nöthigte, an deren Folgen er am 23. September 1884 starb. Z. gehört zu den hervorragendsten Vertretern seines Specialfaches, als welcher er sogar einen Weltruf genoß. Er war ein sehr beliebter Lehrer und fand auch mit seinen Anschauungen in bezug auf die Dualitätslehre in der Syphilis allgemeinen Anklang. Seine verschiedenen Lehrbücher und Compendien erfreuten sich eines bedeutenden Leserkreises. Er verfaßte außer einem „Compendium der Pathologie und Therapie der primär-syphilitischen und einfach venerischen Krankheiten“ (Wien 1847) noch ein „Lehrbuch der constitutionellen Syphilis für Aerzte und Hörer der Medicin“ (Erlangen 1864), ferner ein „Lehrbuch der Syphilis und der mit dieser verwandten örtlichen venerischen Krankheiten“ (Stuttgart 1875, 2 Bde., 3. Aufl.); „Grundriß der Pathologie und Therapie der Syphilis (ebenda 1876). Die beiden letztgenannten Werke erfuhren Uebersetzungen ins Russische, Italienische, Englische, Holländische und Ungarische. – Uebrigens fehlte es Z. auch nicht an mannigfachen äußeren Anerkennungen. Er [8] wurde in den österreichischen Adelstand erhoben und erhielt den Titel eines Regierungsrathes.

A. Hirsch’s biogr. Lexikon VI, 361.