Aerztliches Honorar auf Mallorca

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Titel: Aerztliches Honorar auf Mallorca
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 41, S. 688
Herausgeber: Adolf Kröner
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1887
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[688] Aerztliches Honorar auf Mallorca. Auf der diesjährigen Frühlingsreise, welche der Wiener „Wissenschaftliche Klub“ an die Nordküste von Afrika unternahm, besuchte die Gesellschaft auf der Rückfahrt auch die schöne spanische Hafenstadt Palma auf der größeren Balearen-Insel Mallorca. Bei einem Besuche des prächtigen Besitzthums Miramar erzählte der erlauchte Gastfreund, Erzherzog Ludwig Salvator, von der ganz aparten Honorirung der Hausärzte, wie sie in Palma üblich ist. Der Arzt findet zur bestimmten Vormittagsstunde in einem Gemache, in das er sich verfügt, ein Dejeuner aufgetragen, das er verspeist, ohne mit einem Mitgliede des betreffenden Hauses in Berührung zu kommen. Neben dem Gedeck findet er eine Peseta (ungefähr einen Franc), welche er als Honorar für den Besuch täglich einsteckt. Weder bei seinem Kommen, noch bei seinem Fortgehen aus dem Hause, wo er ärztlicher Berather ist, erhält er irgend Jemand der Familie zu Gesichte. Das geht so eine gewisse Zeit fort, bis der gute Medikus eines Tages bei seinem Frühstückskouvert kein Honorar, keine übliche Peseta vorfindet. Dann weiß er, daß ein Mitglied des Hauses seiner Hilfe bedarf, daß es einen Kranken in der Familie giebt. Sofort verfügt er sich dann in die Gemächer derselben, um den Leidenden einer Untersuchung zu unterziehen. Das Seltsamste bei dieser Art der Honorirung ist jedoch die Thatsache, daß der Arzt für die Zeit der Krankheit eines Familiengliedes und so lange die ärztliche Hilfe beansprucht werden muß, kein Silberstück, kein Honorar neben dem Frühstück findet. In Palma wird eben in den vornehmen Häusern dem Hausarzte nur für jene Zeit ein Honorar bezahlt, in der Niemand dessen ärztliche Hilfe in Anspruch nimmt. Vielleicht sind die Vornehmen in Palma weniger oft und weniger lange Zeit hindurch krank, als auf unserem Festlande.