Allerlei Winke für den Einkauf von Stoffen

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Autor: H.
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Titel: Allerlei Winke für den Einkauf von Stoffen
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 14, S. 452 a
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1899
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger G. m. b. H. in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[452 a] Allerlei Winke für den Einkauf von Stoffen. Es giebt für junge unerfahrene Hausfrauen – sogar auch für ältere Hausmütter – meist keine schwierigere Sache als den Kauf von Leinen-, Baumwoll-, Woll- und Seidenstoffen, deren Güte zu erkennen für den Laien ungemein schwierig ist. Jahrelange praktische Erfahrung, die durch manches Lehrgeld erworben ist, lehrt meist erst die Kennzeichen guter Waren, die dem wissenden Hausmütterchen von ungemein großem Nutzen beim Einkauf ist. Allen jungen Frauen aber, die zweifelnd und zagend vor einem Stück Leinwand oder Kleiderstoff stehen, sollen die folgenden Winke ein Ratgeber sein, der sie vor Übervorteilung schützt.

Gute Leinwand zeigt einen gleichmäßigen Faden und einen seidenartigen Glanz, beides aber vermag auch die mit Baumwollfäden vermischte Leinwand zu zeigen, so daß eine genauere Prüfung in Zweifelfällen stets angebracht erscheint. Erfahrene Hausfrauen „fühlen“ es, ob sie reine Leinwand vor sich haben, da diese sich in warmer Hand sehr kühl anfühlt; aber Gefühle können täuschen, und eine unerfahrene Hausfrau möge darum lieber eine zuverlässigere Prüfung im Hause vornehmen. Man gießt nämlich einfach einen Tropfen feines Oel auf ein Stückchen der zu prüfenden Leinwand; ist diese aus reinem Flachs hergestellt, so verläuft der Tropfen zu kreisrundem Fleck, ist sie dagegen mit Baumwolle durchwebt, so zieht sich das Oel streifig ins Zeug. Verdächtig ist bei reiner Leinwand jegliche auffällige Appretur, welche fehlerhaftes Gewebe oft verdecken soll; ist man in dieser Weise besorgt, so braucht man nur ein Stückchen der Leinwand durch lauwarmes Wasser zu ziehen, dann schwindet die Appretur und etwaige Fehler treten zu Tage. Gute Baumwollstoffe sind viel leichter einzukaufen als Leinwand, man braucht nur auf egale Webfäden und weiche und elastische Beschaffenheit zu achten.

Auch reine Wollstoffe sind leicht kenntlich, wenn man den Kniff kennt, den erfahrene Hausfrauen beim Einkauf anwenden. Man braucht nur ein Stückchen des Zeuges fest in der Hand zusammenzufassen und einen Augenblick so festzuhalten; je weniger verknittert oder verknüllt alsdann der Stoff ist und je weicher er sich in die Falten schmiegt, desto weniger ist er mit Baumwolle durchwebt.

Beim Einkauf von Seidenstoffen ist das Zusammendrücken in der Hand ein gutes Zeichen, da reine Seide weich und schmiegsam sein soll und keine Knitterfalten zeigen darf. Für Augen, welche etwas von Reinheit und Intensivität der Farben verstehen, sind übrigens auch diese ein Kennzeichen der Güte. da die Farben reiner Seide klarer und gesättigter und trotzdem weniger grell erscheinen als die mit Baumwollfäden durchwebte Seide.

Verfälschte schwarze Seide kann man außerdem leicht an der Art und Weise des Verbrennens eines Probestückchens erkennen, wobei echte Seide sofort zusammenkräuselt, bald verlöscht und wenig Asche von ganz hellbräuulicher Farbe hinterläßt, die beim Zerdrücken zerstäubt.

H.