Amerikanische Dynamitkreuzer

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Titel: Amerikanische Dynamitkreuzer
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 52, S. 920
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1886
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung: Bau eines US-amerikanischen Schiffes mit Dynamitkanonen
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[920] Amerikanische Dynamitkreuz[e]r. Die Werkzeuge der Zerstörung zu kriegerischen Zwecken mehren sich [v]on Tag zu Tag; ja es werden auf diesem Gebiete so mörderische Erfindungen gemacht, daß man daran zweifelt, ob das den Krieg und seine Bedingungen regelnde Völkerrecht seine Zustimmung zur Anwendung derselben geben dürfte. Giebt es doch Vertreter der Humanität und Apostel des Friedens, welche ihre Hoffnung auf diese sich gegenseitig überbietenden Erfindungen setzen; de[n]n wenn die zerstörenden Kräfte in einer Weise entfesselt würden, daß große Truppenmassen ihnen gar nicht mehr Stand halten könnten, daß ganze Regimenter vom Erdboden rasirt würden, so würde ja der Krieg von selbst eine Unmöglichkeit werden.

Zunächst beschäftigt sich die Marine mit solchen vernichtenden Kampfmitteln. Die Amerikaner lassen jetzt einen Dynamitkreuzer bauen, der 230 Fuß lang, 26 Fuß breit und 7½ Fuß tief ist, dessen Maschinenstärke 3200 Pferdekräfte beträgt. Dies Schiff führt 3 Dynamitkanonen. Um die furchtbare und für die Mannschaften lebensgefährliche Erschütterung zu vermeiden, welche unfehlbar eint[r]itt, wenn mit Dynamit geladene Geschosse durch das gewöhnliche Schießpulver herausgeschleudert werden, bedient man sich bei diesen Geschützen der zusammengepreßten Luft, und zwar ist die Luft bis auf 1000 Pfund für den Quadratzoll[WS 1] komprimirt. Die Geschütze von Stahl haben die große Länge von 65 Fuß; die Geschosse bestehen aus Kupferhülsen vom Durchmesser des Geschützes und enthalten 200 Pfund Sprenggelatine.

Mit diesen neuen Zerstörungswerkzeugen haben die Amerikaner auf dem Potomakfluß Experimente gemacht. Die Treffsicherheit dieser Ge[s]chütze erstreckt sich auf drei englische Meilen, und ihre Wirkung ist eine so gewaltige, daß ein einziger Treffer das stärkste Panzerschiff vernichten würde.

Wie wird sich bei solchen Erfindungen der Seekrieg der Zukunft gestalten? Welcher Marine-Etat der Welt könnte den Verlust von Panzerschiffen ersten Ranges ertragen, die mit so enormem Kostenaufwand gebaut sind, wenn ein einziger Kanonenschuß sie zerstören und eine solche Bresche in den Etat schießen könnte? Vielleicht sind die ersten Berichte unter dem Eindruck einer Erfindung von immerhin erschreckender Wirkung etwas übertrieben; jedenfalls ist der erste Schritt, die Waffe der Anarchisten, das Dynamit, als Kriegswaffe zu gebrauchen, sehr beachtenswerth.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Ouadratzoll