Atmosphärisch-optische Erscheinung, beobachtet von Hrn. Langberg

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Textdaten
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Autor: Christian Langberg
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Titel: Atmosphärisch-optische Erscheinung, beobachtet von Hrn. Langberg
Untertitel:
aus: Annalen der Physik und Chemie, Band LX
Herausgeber: Johann Christian Poggendorff
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1843
Verlag: Johann Ambrosius Barth
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Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel: Utgives af den physiographiske Forening i Christiania
Originalsubtitel:
Originalherkunft: Nyt Magazin for Naturvidenskaberne. Band 3, S. 402.
Quelle: Scans auf Commons, Google
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[154]
XV. Atmosphärisch-optische Erscheinung, beobachtet von Hrn. Langberg.
(Nyt Magazin for Naturvidenskaberne. Utgives af den physiographiske Forening i Christiania, Bd. III S. 402.)


Als ich am 20. Januar 1841, etwa 3 Uhr Nachmittags, längs dem Bogstad Vand, einem kleinen Landsee, unweit Christiania (500 Fuß über dem Meere), spatzieren ging, wurde ich auf folgende Erscheinung aufmerksam. Auf der schneebedeckten Eisfläche des Sees sah ich, sobald ich mich gegen die nahe am Horizonte stehende Sonne wandte, eine leuchtende, regenbogenfarbene Curve.

Die leuchtende Curve schien so breit, wie ein gewöhnlicher Regenbogen, und von der Gestalt einer Parabel mit ziemlich kleinem Parameter. Der Scheitelpunkt und die Axe der Parabel fielen zusammen mit der Horizontalprojection der Linie, welche das Auge mit der Sonne verband, und der Scheitelpunkt lag dicht neben [155] mir, etwa 8 bis 10 Ellen von meinem Standpunkt. Mein Auge mochte wohl 12 Fuß über der Schneefläche des Eises befindlich seyn. Die Zweige der Parabel erstreckten sich deutlich und ununterbrochen bis zur gegenüberliegenden Seite des Sees, und wenn ich meine Stelle veränderte, drehte sich die Parabel so, daß ihre Axe stets in der Projection der Gesichtslinie vom Auge zur Sonne lag und mir folglich längs der Breite des Sees folgte.

Die Farben waren ziemlich lebhaft und deutlich, roth an der innersten concaven, und grün an der äußersten convexen Seite der Curve. Die innerste rothe Seite war scharf begränzt, aber die äußerste grüne ging fast unnmerklich über in den leuchtenden Reflex der Sonnenstrahlen an den vielen Krystallen der Schneefläche. Auffallend war es mir, daß ich innerhalb des rothen Randes der Parabel nicht einen einzigen der vielen Reflexe erblickte, welche sonst wie Sterne oder Juwelen auf einer von der Sonne beschienenen Schneefläche flimmern; aber außerhalb des grünen Randes, und besonders in dessen Nähe, flimmerte die Schneefläche wie gewöhnlich in den Sonnenstrahlen.

Die Schneefläche bestand überall aus einer Menge äußerst kleiner, feinkörniger und lose liegender Schneekrystalle; sie glichen Brocken von feinem weißen Marmor. Der Schnee war zugleich sehr trocken, so daß er sich wie Staub erhob, wenn ich darauf bließ oder mit dem Stocke schlug. Die Luft war ganz ruhig, und die Temperatur, als ich das Phänomen beobachtete, —16° R., war aber Vormittags um 11 Uhr —18°,5 gewesen, und in der Nacht vermuthlich noch ein Paar Grade niedriger. Am Tage zuvor (am 19.) war es auch sehr kalt und der Himmel klar gewesen; wogegen an den früheren ebenfalls kalten Tagen, den 17. und 18., ein ungewöhnlich starker Sturm mit Schneetreiben herrschte.

Am folgenden Tage, den 21., um dieselbe Zeit, sah ich noch eine Spur von dem beschriebenen Phänomene, [156] aber seitdem habe ich niemals etwas Aehnliches bemerken können.