Aus unserem papiernen Zeitalter (Die Gartenlaube 1875/2)

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Titel: Aus unserem papiernen Zeitalter
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aus: Die Gartenlaube, Heft 2, S. 40
Herausgeber: Ernst Keil
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Erscheinungsdatum: 1875
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung: Berichtigung zu Aus unserem papiernen Zeitalter
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[40] Aus unserem papierenen Zeitalter. In Nr. 45 der Gartenlaube v. J. wird in dem Artikel „Aus unserem papierenen Zeitalter“ die Summe der in Elberfeld fabricirten Briefcouverts auf circa tausend Millionen Stück irrthümlich angegeben. Diese Summe dürfte die ganze in Deutschland überhaupt jährlich verbrauchte Anzahl Briefcouverts annähernd repräsentiren, denn der Verkehr der deutschen Post war im Jahre 1873 rund vierhundertachtundsiebenzig Millionen gewöhnliche Briefe und neunundvierzig Millionen Geldbriefe. Nimmt man an, daß im Privatverkehr von Haus zu Haus eine gleiche Anzahl Briefe zur Versendung kommt, so ergiebt sich die Gesammtsumme von circa tausend Millionen. Elberfeld, welches die ersten und auch jetzt noch die größten Fabriken von Briefcouverts aufweist, ist nicht ohne Concurrenz geblieben, welche namentlich in Stuttgart, Frankfurt am Main, Düren und Berlin von Bedeutung ist. Augenblicklich fabricirt Elberfeld etwa ein Drittel aller in Deutschland verbrauchten Couverts, etwa dreihundert bis dreihundertfünfzig Millionen jährlich, von welcher Zahl die Hälfte, ungefähr hundertfünfzig Millionen, von der bedeutendsten jetzt bestehenden Couvertfabrik (Reinhart Schmidt), deren Leistungen auch auf der Wiener Weltausstellung durch die Jury anerkannt sind, allein hergestellt wird.

Die Fabrikation anlangend, ist zu bemerken, daß die besten durch Dampfkraft getriebenen Couvertmaschinen nicht über 23000 bis höchstens 25000 Stück per Tag, bei zehnstündiger Arbeitszeit, zu fertigen im Stande sind. Auch dieses Resultat ist nur mit dicken Papieren zu erzielen, während bei dünneren Papieren, namentlich bei sogenanntem Hanfpapier, die Maschinen so viel langsamer laufen müssen, daß nur auf 18000 Stück per Tag gerechnet werden kann. Warum diese Hanfcouverts so stark in Verbrauch gekommen sind, läßt sich schwer erklären, da dieselben für den inländischen Verkehr durchaus keinen Vortheil bieten, dagegen den Nachtheil haben, daß man durch das dünne Papier derselben jede Schrift lesen kann.

Interessant ist der Einfluß, welchen die Einführung der Postkarten auf den Couvertverbrauch hatte. Bei dem billigen Preise von sechs Pfennigen für die Postkarte erwartete man eine Abnahme des Briefverkehrs und damit des Verbrauchs an Couverts. Es hat sich aber hier wieder offenbar gezeigt, wie jede Erleichterung des Verkehrs diesen selbst hebt. Die Zunahme des Bedarfs der Briefcouverts in den Jahren 1872 und 1873 gegen das Vorjahr war nämlich jedes Mal weit größer als die Summe aller überhaupt versandten Postkarten.