BLKÖ:Zitterbarth, Bartholomäus

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 60 (1891), ab Seite: 187. (Quelle)
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Zitterbarth, Bartholom. (Theaterunternehmer, geb. in Wien 1757, gest. daselbst am 18. November 1806). Er dürfte dem Handelsstande angehört haben und der Gründer eines Pelzwaarengeschäftes gewesen sein, das in einem Wiener Handelsschema vom Jahre 1804 erwähnt ist, damals im Besitze eines Johann Zitterbarth, „Bund- und Palatinhändlers“ am Graben im Trattnerhof, sich befand und von diesem zu Ehren seines Verwandten das Schild „zum Theater an der Wien“ führte. Bartholomäus Zitterbarth, der unstreitig mit ansehnlichem Reichthum gesegnet war, betheiligte sich bei verschiedenen Theaterunternehmungen seiner Vaterstadt. So finden wir ihn schon im Jahre 1800 als Compagnon Emanuel Schikaneder’s bei dessen Theater auf der Wieden im Freihaus. Durch die glänzenden Geschäfte, die Schikaneder in diesem kleinen, aber außerordentlich beliebten Theater gemacht hatte, war derselbe zu Vermögen und bei seinem regen Unternehmungsgeiste zu dem Entschlusse gelangt, das große prachtvolle Theater an der Wien zu erbauen, wobei sich Zitterbarth in hervorragender Weise pecuniär betheiligte. Das neue Schauspielhaus wurde am 13. Juni 1801 mit der Oper „Alexander“ von Franz Tayber eröffnet. Mittels Hofbescheides vom 30. Juni 1802 ward das Theaterbefugniß des Schauspielhauses an der Wien „in der nämlichen Art, wie es Schikaneder besessen“, auf Bartholomäus Zitterbarth übertragen. Dieser hatte den Antheil Schikaneder’s mit 100.000 fl. abgelöst. Am 1. Februar 1804 verkaufte Zitterbarth, der in einem diesbezüglichen Artikel der „Wiener Zeitung“ vom 18. Februar desselben Jahres der „Stifter des neugebauten schönen Schauspielhauses an der Wien“ genannt wird, dasselbe sammt allem Zugehör und Fundus um die runde Summe von einer Million Gulden (damaliger Wahrung) an den Freiherrn von Braun. Aus diesem Anlasse widmete er das volle Erträgniß der beiden, an den letzten zwei Faschingstagen gegebenen Vorstellungen, 2604 fl. 42½ kr., den neuen Wiener Wohlthätigkeitsanstalten. Zitterbarth wohnte zuletzt in dem Hause „zur goldenen Weintraube“ in der Wollzeil, das im Jahre 1848 nebst zwei anderen zu dem großen Eckhause Nr. 1 der Wollzeil zusammengebaut wurde, und starb daselbst, erst 49 Jahre alt, an Brustwassersucht.

Schlögl (Friedrich). Vom Wiener Volkstheater (Teschen, kl. 8°.) S. 51. – Wimmer (J.). Handschriftliche Notizen. [Diesem trefflichen Culturhistoriker Alt-Wiens statte ich hier für seine Mittheilungen meinen Dank ab.]