BLKÖ:Štembera, Mathias Dosromir

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Stenger, Johann
Band: 38 (1879), ab Seite: 201. (Quelle)
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Štembera, Mathias Dosromir (čechischer Schriftsteller, geb. zu Kmetňoveš (Bauerndorf) zwischen Raudnitz und Schlan, 31. December 1806). Den ersten Unterricht erhielt er in der Ortsschule, dann kam er nach Prag, wo er die Schulen bei den Maltesern und den Piaristen besuchte, später nach Schlan, wo er 1824 das Gymnasium bezog und im Jahre 1827 die Humanitätsclassen (wie damals die zwei ersten Classen des heutigen Obergymnasiums hießen) beendete. Indem er krankheitshalber die Studien unterbrechen mußte, wendete er sich zuletzt dem chirurgischen Studium zu, welches er im Jahre 1834, nachdem er bei Ausbruch der Cholera im genannten Jahre werkthätig mitgeholfen, beendete. Nun begab er sich zunächst nach Karlsbad, wo er eine chirurgische Officin übernahm; aber schon Ende 1834 siedelte er nach Rakonitz über, wo er bald bei der Stadt wie bei dem dortigen Criminalgerichte als Gerichtsarzt angestellt wurde und wo er noch im Jahre 1872 sich aufhielt. Im Jahre 1848 hatte er die medicinische Doctorwürde erlangt. Er hat für verschiedene čechische Zeitschriften, darunter vornehmlich für die „Květy“, d. i. Blüthen, kleinere Aufsätze geschrieben. Selbständig hat er herausgegeben: „Místopís král. krajského města Rakorníka“, d. i. Beschreibung der königlichen Stadt Rakonitz (Prag 1839, W. Heß, 12°.), es ist dieß eine Uebersetzung eines Manuscriptes, welche Štembera mit eigenen Bemerkungen vermehrt hat; – und „Žebrák, velký rakovnicky zvon a kosteliček sv. Jilji u Rakovníka“, d. i. Der Bettler, die große Glocke von Rakonitz und die Capelle von St. Gilgen bei Rakonitz (Prag 1861, Rohlicek), es ist dieß eine geschichtliche Erzählung aus dem Ende des 15. und Anbeginn des 16. Jahrhunderts in Reimen.

Slovník naučný. Redaktoři Dr. Frant. Lad. Rieger a. J. Malý, d. i. Conversations-Lexikon. Redigirt von Dr. Franz Lad. Rieger und J. Malý (Prag 1872, Kober, Lex.-8°.) Bd. IX, S. 136.