BLKÖ:Žižka von Trotzenau, Clementine

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 60 (1891), ab Seite: 194. (Quelle)
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3. eine Tochter, die oben erwähnte Clementine Žižka von Trotzenau, welche am 16. Februar 1762 zu Prag geboren, am 26. Februar dieses Jahres daselbst in der Neustädter St. Stephanskirche getauft wurde und als verwitwete Gräfin Szluha von Iklad am 16. März 1847 zu Gratz starb, wo ihr kindliche Pietät im St. Peter-Friedhofe das erwähnte Grabmal mit der Inschrift setzte, welche in der Stelle, worin ihre Abkunft von dem berühmten Hussitenführer betont wird, der Berechtigung entbehrt. Daß die Gräfin Clementine wirklich die letzte der adeligen von Kaiser Karl VI. mit einem neuen Adelsdiplome betheilten Familie der Žižka von Trotzenau war, darüber waltet kein Zweifel ob. Nur die Ableitung der Žižka von Trotzenau von den Žižka von Trocznow ist zu erweisen. Ueberdies besaß diese Familie noch ein anderes Diplom über ihren Adel, das von Maria Theresia am 23. November 1747 ausgestellt war und später auch in die mährische Landtafel eingetragen wurde. Dagegen ist, wie gesagt, nicht sichergestellt, daß die Žižka von Trotzenau wirklich von Žižka von Trocznow abstammen, der überdies ein ganz verschiedenes Wappen führte, und obwohl verheiratet, doch keine nachweisbare Nachkommenschaft hinterließ. Immerhin aber ist es möglich, daß in späteren Jahrhunderten der Familienname des hussitischen Feldherrn auf eine andere Familie übertragen wurde, wie dies bei verschiedenen Familien des [195] österreichischen Adels vorkommt. Wenn Ra (Rybicka) im 10. Bande des Rieger-Malý’schen „Slovník naučný“ S. 520 von einem Kreiscommissär Johann Žižka im Banat, späterem Kreishauptmann zu Ungarisch-Hradisch in Mähren berichtet, daß dieser einen Sohn Franz und eine Tochter Sybille gehabt, welch Letztere als verwitwete Gräfin Szluha 1847 zu Gratz gestorben sei, so stimmt dies mit unseren Nachforschungen, mit dem Namen Clementine und mit der Inschrift auf dem Gratzer Friedhofe nicht ganz überein. –