BLKÖ:Aßmayer, Ignaz

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
fertig
<<<Vorheriger
Assemani, Simon
Nächster>>>
Aßner, Franz
Band: 1 (1856), ab Seite: 80. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Ignaz Aßmayer in der Wikipedia
GND-Eintrag: 102499322, SeeAlso
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Aßmayer, Ignaz|1|80|}}

Aßmayer, Ignaz[BN 1][BN 2] (Tonsetzer, geb. zu Salzburg 11. Febr. 1790). Die ersten Bildner seines musikalischen Talentes waren im Gesange Thadd. Gerl, Sänger am erzbisch. Hofe zu Salzburg; im Clavier- und Orgelspiel Andreas Brunmeyr; die höhere Entwicklung verdankt A. dem herrlichen Tondichter Mich. Haydn. Mit 18 Jahren bereits wurde A. Organist im Stifte St. Peter. Schon seine ersten Compositionen fanden Beifall. Die zur Eröffnung des neu ausgeschmückten Museumssaales von Professor Weißenbach gedichtete Cantate: „Worte der Weihe,“ welche A. in Musik gesetzt, wurde öffentlich aufgeführt und gefiel allgemein. Aßmayer schrieb nun das Oratorium: „Die Sündfluth,“ das auch bei der Aufführung (16. Aug. 1815) sehr günstig aufgenommen wurde. Der seit Jahren gehegte Wunsch, die Kaiserstadt zu besuchen, wurde 1815 erfüllt und seit dieser Zeit nahm A. seinen bleibenden Aufenthalt daselbst und fand an dem kais. Hofcapellmeister v. Eybler einen in That und Rath väterlichen Freund. Viele seiner Compositionen, unter andern „Das grosse Clavierrondo mit Orchesterbegleitung in Es;“ – die „Pianoforte-Variationen in E-dur mit Quartett-Accompagnement;“ – eine „Sonate für Clavier und Violine in A-dur;“ und das „Trio für Clavier, Violine und Violoncell in A-minore“ erfreuten sich ungewöhnlicher Anerkennung. Im J. 1824 wurde A. Capellmeister am Kirchenchor des Schottenstiftes; 1825 k. k. Hoforganist, 1838 Vicehofcapellmeister. Auf den Kirchenstyl richtete sich A.’s ganze Aufmerksamkeit, und unter einer großen Menge trefflicher Messen, Gradualen, Offertorien und Requiems sind insbesondere die herrliche Hymne „Veni sancte spiritus“ und das zur Feier der Grundsteinlegung bei der Restauration des Schottenstiftgebäudes componirte: „Te deum laudamus,“ ferner die Oratorien: „Das Gelübde;“ – „Saul und David“ und „Saul’s Tod“ als ausgezeichnete und großartige Tondichtungen anzuführen. Die Wiener Musik-Zeitung schließt ihre biograph. Skizze über A. mit folgenden Worten: „Als Mensch geliebt, als Organist gerühmt, als Tondichter gepriesen, wirkt er für das Schöne, daher Ewige [81] in der Kunst mit regem Eifer.“ A. zählt gegenwärtig zu jenen Vertretern klassischer Musik, deren Werke selbst durch die Einfachheit ihres Styles und die Tiefe der in Tönen ausgeführten Gedanken als Muster zu dienen pflegen.

Pietznigg (Frz.), „Mittheilungen aus Wien“ Jahrg. 1834. III. Bd. S. 1: „Biographische Skizze und Verzeichnis der Compositionen bis 1834.“ – Allgemeine Wiener Musik-Zeitung 1841. Nr. 88 u. Nr. 45. – A.’s Porträt 1841 lith. von Kriehuber, bei qu. Tob. Haslinger.

Berichtigungen und Nachträge

  1. Aßmayr, Ignaz [s. d. Bd. I, S. 80], gestorben zu Wien 31. August 1862.
    Wanderer (Wiener polit. Blatt, Fol.) 1862, Nr. 203. [Bd. 11, S. 358.]
  2. E Aßmayr, Ignaz [Bd. I, S. 80].
    Im Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde und des Conservatoriums in Wien ausführliche biographische Mittheilungen und ein Verzeichniß seiner Werke in Handschrift. [Bd. 26, S. 367.]