BLKÖ:Belcredi, das Grafenhaus, Genealogie

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Bendel, Franz
Band: 14 (1865), ab Seite: 400. (Quelle)
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Belcredi (Adelsgeschlecht) in der Wikipedia
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I. Zur Genealogie des Grafenhauses Belcredi. Die Belcredi sind ein altes, ursprünglich lombardisches Adelsgeschlecht. Es führte seit Jahrhunderten den Marchese-Titel und zählte schon zu Zeiten des Kaisers Karl V. in der Stadt Pavia zu jenen bevorzugten Patricierfamilien, welche bis um das Jahr 1549 an allen Regierungsgeschäften dieser Stadt theilnahmen, aus denen die Glieder seines Rathes gewählt wurden und die auf der Liste jener Edlen verzeichnet standen, welche als zu allen Ehrenstufen und Würden berechtigt angesehen wurden. Spätere Sproßen dieses Geschlechtes finden sich in großherzoglich toscanischen Diensten, und gelangte in diesen ein Pius Marchese di Belcredi zu hohen Ehren und Auszeichnungen. Ein Anton Marchese Belcredi stand um die Mitte des 18. Jahrhunderts in Diensten der kaiserlichen Armee, machte als Volontär mit derselben die Feldzüge gegen Preußen mit und trat in Folge bei Torgau empfangener Blessuren als Oberstwachtmeister des Infanterie-Regiments Wied in den Ruhestand. Auch wurde demselben auf Grund des von ihm geführten Marchese-Titels mit Diplom vom 27. October 1769 der erbländische Grafenstand und mit 5. November d. J. das Incolat im Herrenstande Böhmens bewilligt.

II. Gegenwärtiger Stand des Grafenhauses Belcredi. Der Chef des Hauses ist zur Zeit Egbert Graf Belcredi (geb. 2. September 1816), ein Sohn des (am 5. September 1838 verstorbenen) Eduard Grafen B., k. k. Rittmeisters in der Armee. Graf Egbert gehört selbst als Rittmeister dem Stande der k. k. Armee an. Seit 7. März 1848 mit Christiane gebornen Gräfin Nostitz-Rokitnitz (geb. 13. October 1820), Sternkreuz-Ordensdame, vermält, sind aus dieser Ehe keine Kinder vorhanden. Graf Egbert hat vier lebende Geschwister, zwei Brüder und zwei Schwestern. Erstere sind: Graf Edmund (geb. 22. Mai 1821), zur Zeit k. k. Oberst und Regiments-Commandant des Freiherr von Simbschen-Huszaren-Regiments Nr. 7, und Graf Richard, k. k. Staatsminister [siehe dessen ausführlichere Lebensskizze S. 397]. Graf Richard ist (seit 17. August 1854) mit Anna gebornen Freiin von Welden (geb. 15. Mai 1834), Sternkreuz-Ordensdame, vermält, und stammen aus dieser Ehe: Graf Ludwig Egbert (geb. 4. Februar 1856) und Maria Karolina (geb. 6. Mai 1858). Des Grafen Egbert Schwestern sind: Gräfin Cölestina (geb. 25. März 1813), Sternkreuz-Ordensdame und Capitularin des adeligen Damenstiftes auf dem Hradschin zu Prag; Gräfin Almeria (geb. 8. October 1819), Sternkreuz-Ordens- und Palastdame, vermält (seit 14. October 1845) mit Hugo Prinzen von Thurn und Taxis, k. k. Kämmerer, Reichsrath und Major in der Armee.

III. Wappen. Ein mit einem rothen Querbalken belegter goldener Schild. Im oberen Theile des Schildes steht ein rechtssehender gekrönter, einfacher schwarzer Adler mit ausgespannten Flügeln, von sich gestreckten Fängen und roth ausgeschlagener Zunge. Im unteren Schildestheile befindet sich ein rechtsschreitender gekrönter rother Löwe, mit ausgeschlagener Zunge und über sich geschwungenem Schweife; auf dem rothen Balken ist ein gleichfalls rechtsschreitender goldener gekrönter Löwe mit roth ausgeschlagener Zunge und über sich gewundenem Schweife. Auf dem Schilde ruht die Grafenkrone, auf der sich drei gekrönte Turnierhelme erheben. Auf der mittleren Krone steht der schwarze Adler des oberen Schildestheils, aus der Krone des rechten wächst der goldene Löwe des Querbalkens linksgekehrt; aus jener des linken der rothe Löwe des unteren Schildestheils rechtsgekehrt. Die Helmdecken sind rechts schwarz, links roth, zu beiden Seiten mit Gold belegt. Die Schildhalter sind zu beiden Seiten zwei auswärtssehende aufgerichtete, mit den vorderen Füßen den Schild anfassende silberne Greifen.