BLKÖ:Berlichingen, Joseph Friedrich Anton Graf von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 1 (1856), ab Seite: 320. (Quelle)
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Berlichingen, Joseph Friedrich Anton Graf von (Staatsrath, geb. zu Tyrnau in Ungarn 8. Febr. 1759, gest. 23. Apr. 1832). Begann seine militärische Laufbahn im bairischen Secessionskriege und wurde 1784 Adjutant des Prinzen Georg von Mecklenburg, Bruders des Königs von England. Nach dem Tode dieses Prinzen trat er in östr. Dienste und focht in den Feldzügen gegen die Türken 1788 u. 1789. Nachdem die Kriegsstrapazen seine Gesundheit bedeutend geschwächt, kehrte er in sein Land zurück, beschäftigte sich mit seinen Unterthanen und es gelang ihm, die Invasion der Franzosen von denselben fern zu halten. Nach der Mediatisirung kam ein großer Theil seiner Besitzungen zu Würtemberg. Der neue König Friedrich schenkte ihm sein Vertrauen und B. bekleidete verschiedene hohe Verwaltungsstellen. Am 1. Jänner 1815 erhob ihn der König Friedrich in den Grafenstand mit der Bestimmung, daß diese Würde je auf den Aeltesten des Gesammthauses forterben solle, doch haben die Nachfolger bisher von dieser Verfügung keinen Gebrauch gemacht. Als 1818 dieser Fürst, sein Mäcen, starb, zog sich B. auf seine Güter zurück und beschäftigte sich mit den Wissenschaften. Von ihm erschien eine Uebersetzung des herrlichen Gedichtes „Hermann und Dorothea“ von Goethe in lateinischen Hexametern mit gegenüberstehendem Original (Heilbronn 1825, neue Ausgabe Tübingen 1828). Seine Schwester ist die so allgemein verehrte Auguste Gräfin Bellegarde, Gemalin des berühmten Feldmarschalls (siehe Beide S. 243).

Nouvelle Biographie générale ... publiée sous la dir. de M. le Dr. Hoffer (Paris 1853) V. Bd. Sp. 541. – Kneschke (E. H. Dr.), Die Wappen der deutschen freiherrlichen und adeligen Familien (Leipzig 1855, T. O. Weigel) I. Bd. S. 34.